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Urteil nach Schüssen am Großmarkt
Ein Jahr Haft auf Bewährung für Kölner Händler

Schüsse am Großmarkt: Ein Jahr auf Bewährung für Kölner Händler
Der 56-jährige Kaufmann (links) wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Im Juni 2011 hatte er nach Auffassung des Gerichts auf einen maskierten SEK-Beamten geschossen. FOTO: dpa, obe pil
Köln. Ein Kaufmann ist am Dienstag in Köln zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Vor fünf Jahren hatte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei versucht, den Mann festzunehmen. Der Händler schoss auf die Einsatzkräfte.

Der 56-Jährige wurde vom Landgericht Köln wegen Bedrohung und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt, sagte ein Gerichtssprecher unserer Redaktion. Vom Vorwurf des versuchten Totschlags war der Mann im Laufe des Prozesses freigesprochen worden.

Der Händler hatte angegeben, geglaubt zu haben, Opfer eines Überfalls zu werden. Das Gericht hielt das für glaubwürdig. "Die Kammer ist dennoch davon überzeugt, dass der Verurteilte auf einen SEK-Mann geschossen hat und die Tötung einer Person in Kauf genommen hat", sagte der Sprecher.

Im Juni 2011 hatte das Spezialeinsatzkommando versucht, den Mann in seinem Wagen festzunehmen. Der Einsatz eskalierte, und die Einsatzkräfte beschoss den Wagen mit Sperrfeuer. Der Händler überlebte schwer verletzt.

Die Anwälte des Mannes kündigten am Dienstag an, in Revision zu gehen. Am Montag hatten sie vor Gericht angeregt, auf eine Bestrafung ihres Mandanten zu verzichten. Der Kaufmann habe unter den Folgen des Falles bereits genug gelitten, hieß es.

 

(sef)
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