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Aachen/ Köln
Kein Hinweis auf Straftat bei SEK "Höhenübung"

SEK "Höhenübung": Kein Hinweis auf Straftat
Einem Hobby-Fotografen fiel die ungewöhnliche Szene im August 2014 ins Auge. Auf dem Pylon der Kölner Severinsbrücke stehen einige Männer, ein Hubschrauber umkreist die Brücke. FOTO: privat
Aachen/ Köln. Die Ermittlungen gegen Mitglieder eines Kölner Spezialeinsatzkommandos (SEK) wegen einer angeblichen "Höhenübung" auf einer Rheinbrücke in Köln werden möglicherweise eingestellt.Das Gericht sieht nach Angaben der Staatsanwaltschaft keinen Anfangsverdacht für eine Straftat.

Die Gerichte untersagten deshalb eine Auswertung beschlagnahmter Computer der beschuldigten Beamten, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen einen Bericht des Magazins "Focus". Da es für den Flug mit dem Hubschrauber auch einen dienstlichen Anlass gegeben habe, wären die Kosten ohnehin entstanden, habe das Landgericht festgestellt.

In der Öffentlichkeit war die Aktion im August 2014 auf der Spitze einer Kölner Rheinbrücke als Höhenübung deklariert worden. Tatsächlich soll auf dem Pfeiler ein spektakuläres Abschiedsfoto für einen scheidenden Chef der Elitepolizisten entstanden sein. Aus der allgemeinen Höhenübung, von der damals die Rede war, wurde in einer Stellungnahme damals "ein Höhentraining für Führungskräfte der Spezialeinheiten". Warum die Führungskräfte der Spezialeinheiten eine gesonderte Höhenübung brauchen, sagte das Polizeipräsidium damals nicht.Gegen die Beamten war wegen des Verdachte der Untreue ermittelt worden.

Im Zusammenhang mit dem "Schikane-Skandal" hatte der Kölner Polizeipräsident im September ein SEK aufgelöst. Bei "Aufnahmeritualen" sollen Polizisten gedemütigt und erniedrigt worden sein. Den Vorwürfen zufolge fesselten die Elite-Polizisten einen ihrer Kollegen im Rahmen eines Aufnahmerituals über Tage hinweg – überwiegend wurde er an einen Kollegen festgebunden. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen eingestellt, weil die Nachwuchskräfte freiwillig mitgemacht hätten. 

Der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers hatte im September bereits neue personelle Konsequenzen aus den Skandalen seiner Spezialeinheiten gezogen. Der Leiter der Kölner Spezialeinheiten (SE), Uwe Marquardt, wurde von seinen Aufgaben entbunden. Die Auflösung des SEK-Kommandos betraf insgesamt neun Beamte: Vier wurden innerhalb der Kölner Polizei auf andere Posten versetzt. Fünf andere Beamten können zu einem SEK außerhalb Kölns wechseln.

(skr, lnw)
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