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Sexuelle Nötigung
Bewährungsstrafen für zwei Silvester-Täter

Sexuelle Nötigung: Bewährungsstrafen für zwei Silvester-Täter
Ein 26-jähriger (l.) und ein 21-jähriger Angeklagter sitzen im Amtsgericht in Köln auf der Anklagebank und verdecken ihr Gesicht. Rechts sitzt die Rechtsanwältin Siham Kaichouh, in der Mitte ein Dolmetscher. FOTO: dpa, mb fpt
Köln . In Köln sind zwei Angeklagte wegen sexueller Nötigung und Beihilfe zur sexuellen Nötigung in der Silvesternacht zu je einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Es war der erste Prozess dieser Art.

Laut Anklage haben die beiden 21 und 26 Jahre alten Männer zunächst Fotos mit den späteren Opfern gemacht. Anschließend seien die Frauen von einer Männergruppe getrennt und umringt worden. Einer Frau sei an den Po und in den Schritt gefasst worden, ein Angeklagter habe einem Opfer durch das Gesicht geleckt. Angeklagt sind der Algerier und der Iraker auch wegen versuchten Raubes. Zu Prozessbeginn am Donnerstag bestritt der ältere Angeklagte die Vorwürfe, der jüngere schwieg. Beide Angeklagte wurden nach dem Jugendstrafrecht verurteilt.

Im Mai hatte es in Köln zwar bereits eine Anklage wegen eines Sexualdelikts aus der Nacht gegeben. Damals war es aber um den Versuch einer sexuellen Nötigung gegangen, nicht um eine vollendete. Der Angeklagte wurde damals zudem von dem Vorwurf freigesprochen. 

Die Opfer schilderten die Geschehnisse unter Tränen 

In dem Prozess vom Donnerstag sagte der heute 21-jährige Iraker laut Dolmetscher in seinem letzten Wort vor Gericht: "Ich entschuldige mich für die Sachen, die passiert sind." Er hält sich nach Angaben des Gerichts seit September 2015 in Deutschland auf, der andere Angeklagte seit Herbst 2014.

Die beiden betroffenen Frauen im Alter von 27 und 20 Jahren schilderten im Zeugenstand sichtlich bewegt und zeitweise unter Tränen die Geschehnisse in der Silvesternacht. Die beiden Freundinnen waren mit dem Verlobten der 27-Jährigen am Tag vor Silvester nach Köln gereist, um am Rhein den Jahreswechsel und das Silvesterfeuerwerk zu erleben. Der Verlobte sagte aus, dass der ältere Angeklagte ihm 5000 Euro geboten habe, um "mit meinen Begleiterinnen sexuell aktiv werden" zu können. Zudem habe der Angeklagte gesagt: "Give me the girls oder tot". Das wertete das Gericht als versuchte Nötigung. 

In der Silvesternacht hatten überwiegend aus Nordafrika stammende Täter am Kölner Hauptbahnhof und am benachbarten Dom sexuelle Übergriffe auf hunderte Frauen sowie Raubdelikte verübt. Die Taten lösten eine bundesweite Debatte über den Umgang mit straffälligen Flüchtlingen aus. Wegen Diebstahls und Raubes wurden bereits mehrere Täter vom Kölner Amtsgericht verurteilt.

(dalk/jeku/afp)
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