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Messe
Turnschuhe als neue Geldanlage

Köln. Bei der Schuhmesse "Sneakerness" werden am 29. und 30. Oktober rund 10.000 Besucher in der X-Post am Gladbacher Wall erwartet.

Früher galten Turnschuhe eher als etwas lässig und meist nur sehr begrenzt salonfähig - der Auftritt von Joschka Fischer im Bundestag mit den bequemen Tretern war einst ein echter Aufreger. "Heute ist es in New York schon ziemlich normal, dass zum eleganten Nadelstreifenanzug New Balance getragen werden", sagt Steffen Methner von der Messe Sneakerness, die am 29. und 30. Oktober in der X-Post am Gladbacher Wall stattfinden wird.

Insgesamt werden 10.000 Besucher erwartet. Die Fläche wurde um 500 auf 4000 Quadratmeter erweitert, damit sich Marken wie Puma oder Asics, Händler wie der Kölner Shop "The Good will out" und private Sammler präsentieren können. Erstmals wird es vor Ort auch ein Basketball-Turnier geben. Mehrere DJs legen wieder in der X-Post auf. Das Thema Turnschuhe hat inzwischen längst auch den Finanzmarkt erreicht und das nicht nur mit den Aktien der großen Hersteller. Besonders seltene und edle Exemplare werden von den Sammlern als Geldanlage genutzt. In New York gibt es dafür inzwischen mit Steckx.com eine eigene Börse.

Dort wurde das vom Rapper Kanye West entworfene Nike-Modell Air Yeezy 2 "Red October" für 15.000 Dollar (etwa 13.500 Euro) gehandelt. Später kletterte der Preis für den Turnschuh mit einem Ladenpreis von 250 sogar auf 21.000 US-Dollar, um dann nach wenigen Monaten wieder auf 4500 Dollar zu fallen. Auch in Köln werden teure Modelle erwartet - wie ein Nike-Sneaker, der nie in die Läden kam, und dessen wenige produzierte Exemplare derzeit bei einem Sammlerwert von 12.000 Euro liegen.

"Ein großer Trend ist aktuell das Customizing, bei dem die Massenware Sneaker individualisiert wird. So kauft man einen normalen Sneaker und lässt ihn dann komplett auseinandernehmen und nach den eigenen Wünschen neu gestalten. Ziel ist es, dass es den eigenen Schuh nur einmal auf der Welt gibt", sagt Methner. Die Veränderungen fangen bei den Farben an und reichen über Fischleder bis zu Diamanten und Gold am Schuh. "Die Kosten liegen im Normalfall bei etwa 150 Euro. Nach oben sind aber keine Grenzen gesetzt."

Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, können auch alte Turnschuhe wieder aufarbeiten und sie so unsterblich machen. Entsprechende Angebote, den eigenen Schuh direkt beim Hersteller individuell zu gestalten gibt es unter anderem auch bei großen Firmen wie Adidas oder Nike.

Insgesamt wird die Pflege für die Sneaker-Fans immer wichtiger, was sich auch bei den Ausstellern widerspiegelt. Da sind die Zeiten, in denen der Turnschuh möglichst getragen und schmutzig aussehen musste, längst vorbei. Gefragt sind auch weitere Accessoires wie Schmuck am Sneaker oder besondere Aufbewahrungsboxen für den ambitionierten Sammler, beispielsweise aus Plexiglas. "Köln ist für Sneakerfans nach wie vor eine sehr wichtige Stadt, aber auch in Berlin gibt es ein sehr großes Potenzial. Deutschland ist mit England und Frankreich der wichtigste Markt in Europa", sagt Methner. Die Altersspanne liegt zwischen 14 und 45 Jahren.

Stephan Eppinger

Quelle: RP
 
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