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Kölner Dompropst
U-Bahn gefährdet Kölner Dom

Erneut Stein vom Kölner Dom abgebrochen
Erneut Stein vom Kölner Dom abgebrochen FOTO: dpa, obe lof
Köln. Die U-Bahn-Trasse unter dem Kölner Dom stellt nach Worten des künftigen Dompropstes Gerd Bachner ein "nicht hinnehmbares" Risiko für die Bausubstanz der Kathedrale dar. Messgeräte hätten gezeigt, dass es nach wie vor Vibrationen in der Kirche gebe.

Die in einem ersten Schritt angebrachten Puffer am U-Bahn-Gleis hätten die Vibrationen zwar verringert, sie seien aber keineswegs verschwunden, wie Messgeräte in der Sakristei zeigten, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Das nehme ich auch selber wahr, wenn im Gottesdienst eine Bahn unter dem Dom durchfährt." Deshalb werde sich das Domkapitel "mit dem Status quo nicht zufriedengeben". Bachner wird am Sonntag, vier Tage vor seinem 75. Geburtstag, in sein Amt eingeführt.

Im Dezember 2012 waren erstmals nach Start der U-Bahn-Linie 5 Erschütterungen aufgetreten. Daraufhin setzten die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) zunächst die Geschwindigkeit der U-Bahn von 30 auf 20 Stundenkilometer herab. Im Februar 2013 wurde beschlossen, wegen der Erschütterungen des Doms eine neue Schienen-Lagerung anzulegen. Im April 2013 gab die Stadt Köln bekannt, dass es zwischen dem Ende der 1960er Jahre gebauten U-Bahntunnel und der Kathedrale mehrere bauliche Verbindungen und damit Schallbrücken gibt. Die Substanz des Doms sei aber nicht gefährdet, hieß es damals.

Gerd Bachner wird am 19. April 2015 in sein Amt als Dompropst eingeführt. FOTO: dpa, mg tmk

Weiter sagte Bachner, er wolle den Dom mit QR-Codes zur Information der Besucher ausstatten. "So würden wir der Art gerecht, wie Menschen heute kommunizieren, besonders die jungen." Er sei dafür, alle Möglichkeiten zu nutzen, die in einem Gotteshaus verantwortbar sind. "Jeder hat heute ein Smartphone. Da läge es doch nahe, wichtige Orte und herausragende Kunstwerke im Dom mit kleinen QR-Codes zu versehen", so Bachner. Wenn die Besucher auf ihrem Handy "dann nicht nur historische Auskünfte, sondern auch geistliche Impulstexte erhalten, könnte die Beschäftigung über das bloße Exponat und das touristische Interesse hinausgehen".

Der Geistliche wurde im März zum Nachfolger von Norbert Feldhoff gewählt. Derzeit leitet Bachner noch die Hauptabteilung Schule/Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat. Diesen Posten wird er zur Jahresmitte aufgeben, wie es hieß.

Stadtarchiv Köln: So sieht die Einsturzstelle sechs Jahre danach aus FOTO: dpa, obe tba
(KNA)
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