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Übergriffe auf Frauen in Köln
Polizei ermittelt drei Tatverdächtige

Silvester in Köln: NRW-Innenminister meldet neue Erkenntnisse
Köln. Nach den Übergriffen auf Dutzende Frauen am Kölner Hauptbahnhof an Silvester hat die Polizei drei Tatverdächtige ermittelt. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) fodert eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle: "Das sind wir den Opfern schuldig." Von Christian Schwerdtfeger

Festnahmen gab es bis jetzt nicht. Zunächst hatten verschiedene Medien (auch RP Online) gemeldet, die Personen seien bereits in Polizeigewahrsam.

Jäger zufolge sind Hintergründe zu den drei Tatverdächtigen noch nicht bekannt. Auch ob die Namen der Tatverdächtigen der Polizei bekannt sind, ist unklar. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Der Innenminister fordert im Rahmen einer lückenlosen Aufklärung der Vorfälle von Silvester auch eine Offenlegung des vollständigen Polizeiberichtes. Mittlerweile liegen der Polizei 100 Anzeigen vor. In der Silvesternacht waren Dutzende Frauen am Kölner Hauptbahnhof von Männergruppen bedrängt, sexuell belästigt und bestohlen worden.

Nach Übergriffen an Silvester: Mahnwache in Köln FOTO: dpa, obe kno

Jäger äußerte sich auch zu der Kritik, die Bundesinnenminister Thomas de Maziere an der Kölner Polizei geäußert hatte und stellte sie in Frage. Er habe de Maziere "persönlich mitgeteilt", dass er seine Haltung nicht teile. Die Ermittlungen zu den Vorfällen seien nicht einfach.

Zu den rechten Kommentaren, die sich zu dem Thema im Internet verbreiten, sagte Jäger, es sei "Wasser auf die Mühlen der Rechten", dass Nordafrikaner und Flüchtlinge nun unter Beschuss gerieten. Das, was derzeit im Internet stattfinde, sei "genauso widerlich wie die sexuellen Übergriffe auf die Frauen selbst". Das vergifte das gesellschaftliche Klima, sagte Jäger. 

Übergriffe in Köln: Frauen fordern Aufklärung

Die Öffentlichkeit bat der Innenminister um Verständnis für die Polizei. Der abschließende Polizeibericht solle abgewartet werden. Dieser werde voraussichtlich am Montag dem Innenaussschus vorgelegt.

Auch auf die Debatte um den Vorschlag von Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Frauen sollten sich mit einer "Armlänge" Abstand vor Übergriffen wie denen in Köln schützen, ging Jäger ein. Die Forderung Rekers sei unglücklich, aber sicherlich gut gemeint gewesen. Jäger sagte, die Opferrolle solle nicht verkehrt werden. Es seien nicht die Frauen, die sich verteidigen müssten, vielmehr müsse die Gesellschaft dafür sorgen, dass Frauen nicht in Situationen wie die an Silvester am Kölner Hauptbahnhof geraten.

Presse: "Wer das Recht so verhöhnt, muss ausgewiesen werden" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO
(lsa/csh)