| 16.43 Uhr

Nach Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof
Erster Täter wegen Sexualdelikt in Untersuchungshaft

Wir erklären die Anzeigen von Köln
Wir erklären die Anzeigen von Köln FOTO: Radowski
Köln. Nach den massiven Übergriffen in der Kölner Silvesternacht hat die Ermittlungsgruppe "Neujahr" drei weitere tatverdächtige Männer festgenommen. Einer davon sitzt nun erstmals wegen einer Sexualstraftat in Untersuchungshaft.

Dem 26 Jahre alten Algerier werde vorgeworfen, aus einer Gruppe heraus ein Opfer sexuell genötigt und dabei ein Handy gestohlen zu haben, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Montag. Der Mann sei am Wochenende zusammen mit einem weiteren Algerier (22) festgenommen worden, der einen Handydiebstahl, aber keine Sexualstraftat begangen haben soll. Beide lebten in einer Flüchtlingsunterkunft in Kerpen.

Nach Angaben Bremers handelt es sich bei dem 26-Jährigen um den ersten Beschuldigten aus der Silvesternacht, der wegen einer mutmaßlichen Sexualstraftat in Untersuchungshaft sitzt. Er habe sich aber noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Ein weiterer Täter ging den Ermittlern am Freitagabend in Aachen ins Netz. Bei der Überprüfung eines 25-Jährigen stellten die Polizisten fest, dass der Mann ein Handy bei sich trug, das in der Silvesternacht in der Nähe der Domplatte gestohlen worden war. Die Kölner Ermittler hatten das Telefon zur Fahndung ausgeschrieben. Der 25-jährige Tatverdächtige, ein algerischer Asylbewerber, wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben nun gegen 21 Beschuldigte, von denen acht in Untersuchungshaft sitzen. Den meisten werden Eigentumsdelikte wie Diebstahl vorgeworfen. Insgesamt seien mittlerweile 766 Anzeigen eingegangen, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Montag.

Die in enger Abstimmung mit der Kölner Staatsanwaltschaft geführten Ermittlungen der Ermittlungsgruppe "Neujahr" zu den Tatvorwürfen gegen die Festgenommenen dauern an, teilt die Kölner Polizei mit.

(RP, dpa)
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