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Köln
Unterwegs in den Kasematten der Preußen

Köln. Zur Zeiten der Preußen umschlossen 182 Festungsbauten die Stadt Köln. Das Zwischenwerk ist eine von ihnen und wurde 1873 gebaut - zum Schutz vor den Franzosen (die dann nicht kamen). Heute dient es als Festungsmuseum. Von Ludmilla Hauser

Kasematten kennen viele nur aus Luxemburg-Stadt. Ein Grund mehr, sich - etwas wärmer gekleidet - auch in der Nähe auf Kasematten-Suche zu begeben. Die endet womöglich in Köln-Marienburg. Konkret im Zwischenwerk VIII b, dem Abschluss des äußeren Festungsgürtels, der die Stadt Köln zwischen 1873 und 1918 vor feindlichen Angriffen schützen sollte. Bis zu 150 preußische Soldaten konnten dort stationiert werden. Wie die sich gefühlt haben, als sie ihre Unterkunft betreten haben, das können Besucher nun im Festungsmuseum Köln im Zwischenwerk hautnah nachempfinden. Es ist feucht und kühl in den Kölner Kasematten, die gleichzeitig als Schutz- und Wohnräume dienten sowie Pulverräume und die Militärküche (mit besonders spannendem Brunnen) beherbergten.

In der Gegenwart, das heißt genauer seit dem Jahr 2004, dient das Zwischenwerk als Festungsmuseum Köln, das von Ehrenamtlern betrieben wird. "Erklärtes Ziel der Förderer ist die Erhaltung der Anlage, die weitere Nutzung zur Förderung der Kultur und Heimatkunde sowie die Heranführung breiter Schichten der Bevölkerung an die verschiedenen Bereiche des Museums", heißt es von den Museums-Machern.

Konkret bedeutet dies: Die Museums-Idealisten wollen das Bauwerk noch weiter so herrichten, wie es zur Zeit Preußens gewesen sein soll - ein Stück Wehrgraben soll instandgesetzt werden, der verschüttete Ausgang zu dem gesprengten Innenhof wieder freigelegt werden und und und ...

Immerhin: Einst umschlossen 182 Festungsbauten die Domstadt. "Im Angriffsfall sollten sie 52.000 Soldaten und 6000 Pferde beherbergen", berichtet der Verein. Angestachelt wurde der Bau aus Furcht vor den Franzosen. Zum Ernstfall kam es allerdings nie. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde vieles gesprengt, der damalige Kölner Oberbürgermeister und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer sorgte dafür, dass ein paar Anlagen erhalten und umgewidmet wurden. Und auch auf dem Dach des Zwischenwerks und dessen Grabenanlage gibt es seit Mitte der 80er Jahre etwas Besonderes zu sehen: einen Skulpturenpark mit Werken aus Stahl, Beton und Erde.

Führungen Jede erste Samstag und jeder dritte Sonntag im Monat gibt es kostenlose Führungen durch die Anlage, so auch am Samstag, 1. Oktober, um 12, 14 und 16 Uhr.

Kleidung Die Führungen dauern rund eineinhalb Stunden. Der Verein weist darauf hin, dass im Innenbereich der Kasematten ganzjährig "Weinkellertemperaturen", also acht bis 10 Grad, herrschen - entsprechende Kleidung ist also ratsam, ebenso festes Schuhwerk. Der Innenbereich ist für Rollstuhlfahrer größtenteils befahrbar, bei kleineren Absätzen hilft der Verein, heißt es.

Adresse Kölner Festungsmuseum, Militärringstraße 10 (Ecke Konrad-Adenauer-Straße), 50996 Köln.

Infos http://museum.crifa.de

Quelle: RP
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