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Karneval in der Domstadt
Kölle Alaaf - Jecken feiern Weiberfastnacht

Video: Ausgelassene Stimmung auf dem Alter Markt
Köln. 11.11 Uhr, der Wahnsinn bricht sich Bahn. In Köln feiern die Jecken Weiberfastnacht. Die Stimmung ist super, das Wetter nicht ganz so. 2500 Polizisten sichern den Start des Straßenkarnevals. Die Jecken feiern überwiegend friedlich.

"Ich freue mich, dass alle unbefangen und schön feiern", sagte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker im WDR-Fernsehen. "Wir haben alle Voraussetzungen, die menschenmöglich sind, dafür geschaffen." Die Jungfrau des Kölner Dreigestirns, dieses Jahr verkörpert von Jörg Hertzner, gab in Anspielung auf die Silvester-Ereignisse die Parole aus: "Ganz viel Bützen (Küsschen geben), aber das Spitzenhöschen bleibt unantastbar!"

Die starke Polizeipräsenz wirke sich keineswegs negativ auf die Stimmung aus, versicherte Bauer Anton: "Wir wissen, dass die Polizisten da sind, man sieht sie auch, aber sie halten sich so wunderschön zurück, dass wir tatsächlich ganz ungestört feiern können. Das gibt einem ein schönes Gefühl der Sicherheit."

Laut Polizeipräsident Jürgen Mathies gab es bis zum Nachmittag sieben vorläufige Festnahmen und Gewahrsamnahmen, unter anderem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und eines Raubdeliktes. Wegen des regenerischen Wetters am Donnerstag in Köln seien weniger Menschen auf den Straßen als sonst an Weiberfastnacht, sagte Mathies. Insgesamt feierten die Jecken friedlich. Es gebe aber die üblichen Sperrungen, an den Eingängen zu den Plätzen, etwa in der Südstadt, werde streng kontrolliert.

Mathies hatte angekündigt, dass seine Behörde alles für einen reibungslosen Ablauf tun werde. Aber "natürlich" sei nicht auszuschließen, "dass es zu Ausschreitungen kommt". "Gerade Weiberfastnacht ist bekannt, dass auch hier in Köln viele Menschen sehr viel Alkohol trinken und es dadurch auch dann zu Aggressionen kommt und so weiter."

Alaaf - so feiert Köln Weiberfastnacht 2016 FOTO: dpa, mjh fpt

"Aber wir werden sehr schnell dann auch eingreifen", sagte Mathies. "Wir werden alles daran setzen, dass sich nicht nur die Frauen an Weiberfastnacht, sondern alle, die hier feiern, friedlich feiern wollen, sehr sicher fühlen können."

Pünktlich gegen 11.11 Uhr meldet die Polizei Köln: Der Severinskirchplatz ist bereits voll mit Jecken. Ein Zugang zum Serverinskirchplatz ist nicht mehr möglich. Auch wenn es nicht ganz so voll ist, wie es bei Sonnenschein wäre: Am Alter Markt feiern die jecken Weiber ausgelassen. 

Karneval: Das ist der Security-Point in Köln

Die ersten fantasievoll verkleideten Karnevalstouristen und Gardisten in Uniform haben bereits am Donnerstagmorgen das Bild auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz bestimmt. Die Stimmung war friedlich, und die Polizei hielt sich im Hintergrund. 

Die Polizei ist am Donnerstag in ungekannter Stärke vertreten: 2500 Polizisten sollen ein unbeschwertes Feiern gewährleisten. "Das sind etwa dreimal so viele wie letztes Jahr", sagte eine Kölner Polizeisprecherin. Auch in Düsseldorf waren am Morgen schon viele Kostümierte unterwegs.

Das närrische Treiben gilt in diesem Jahr vor allem in Köln als Bewährungsprobe für Polizei und Ordnungskräfte. Nach den Übergriffen in der Silvesternacht haben die Verantwortlichen ein neues Sicherheitskonzept erstellt.

Dies sieht nicht nur mehr Polizei, sondern auch verstärkte Videoüberwachung und einen "Security Point für Frauen" mit professionellen Beraterinnen vor.

Köln: Tausende Jecken feiern am 11.11. auf dem Heumarkt FOTO: dpa, mjh pzi

Am bekannten Ablauf der Weiberfastnacht ändert sich nichts: Pünktlich um 11.11 Uhr nimmt das Treiben seinen Lauf. In Düsseldorf stürmen die Möhnen das Rathaus, in Köln wird das Dreigestirn erwartet. In Mainz versammeln sich um 11.11 Uhr Jecken rund um den Fastnachtsbrunnen in der Innenstadt.

Sperrungen an Weiberfastnacht

- Die Kölner Verkehrs-Betriebe werden an Weiberfastnacht je nach Besucheraufkommen mit ihren Linien 1, 7 und 9 die überirdische Haltestelle Heumarkt nicht mehr anfahren. Ebenfalls wird die Linie 5 die Haltestelle Rathaus im Falle einer eventuellen Sperrung des Alter Marktes nicht mehr anfahren. Jecke mit dem Ziel Altstadt werden gebeten, die Haltestellen Dom/Hauptbahnhof, Neumarkt oder Bahnhof Deutz/Messe zu nutzen.

- Die Deutzer Brücke sowie die Zufahrt zur Untertunnelung des Maritim-Hotels einschließlich der Markmannsgasse werden in Fahrtrichtung stadteinwärts an Weiberfastnacht ab 8 Uhr gesperrt

- Im Zülpicher Viertel war seit etwa 12 Uhr die Zülpicher Straße gesperrt. Es gab Ausfälle bei der Stadtbahnlinie 9. Im Laufe des Mittags kam es auch im Bereich des Zülpicher Platzes sowie am Barbarossaplatz zu Sperrungen. Die Zülpicher Straße wurde gegen 16 Uhr wieder freigegeben. 

Glasverbot in Köln

Das Glasverbot in Köln gilt an Weiberfastnacht, 4. Februar 2016, in der Altstadt und im Zülpicher Viertel von 8 Uhr bis 8 Uhr des Folgetags.

Am Samstag, 6. Februar, ist Glas im Zülpicher Viertel von 15 Uhr und in der Altstadt von 18 Uhr bis 8 Uhr des folgenden Tags verboten.

Rosenmontag, 8. Februar, gilt das Glasverbot ausschließlich für das Zülpicher Viertel von 15 bis 8 Uhr.

Am Karnevalsfreitag, 5. Februar, Rosensonntag 7. Februar und Karnevalsdienstag, 9. Februar, gilt kein Glasverbot.

Fieses Wetter zu den tollen Tagen

Jecken in NRW müssen sich im diesjährigen Straßenkarneval auf wechselhaftes Wetter einstellen. Neben häufigen Regenfällen ab Donnerstag könnte es am Rosenmontag sogar Sturmböen geben, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Essen am Mittwoch mitteilte.

An Altweiber am Donnerstag sei im Düsseldorfer und Kölner Raum bereits ab Vormittag mit Niederschlägen von Westen her zu rechnen - auch am Freitag soll es nass werden. Nach einem voraussichtlich trockenen Samstag könnte es Sonntag und vor allem Rosenmontag starken Wind und mehr Regen geben.

Weitere Infos zum Karnevalswetter gibt es hier.

Gerade zur Karnevalszeit wird die Polizei verstärkte Alkoholkontrollen bei Autofahrern durchführen. 

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