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Korschenbroich
120 Modellflieger aus Europa starten und landen in Wey

Korschenbroich. Zum 14. Mal richtete der Rheydter Flugmodell-Club im kleinen Wey sein Großseglertreffen aus. Er hofft, mehr Jugendliche für das Hobby zu gewinnen. Von Jannik Zintl

Aus ganz Europa kamen die Modellflug-Begeisterten in das kleine Wey. Dort richtete der "Rheydter Flugmodell Club Wey" (RFCW) zum 14. Mal ein Großsegler-Treffen aus. Insgesamt 120 Flugzeuge starteten und landeten an den beiden Tagen auf dem Areal des Klubs.

Willi Helpenstein (65) ist verantwortlich für die Organisation. Für die Großseglertreffen ist er in ganz Europa unterwegs, hat zahlreiche internationale Kontakte geknüpft. Mehr als zehn Mal pro Jahr packt er zusammen mit seiner Frau Martina (58) seine eigenen Modellflugzeuge ein, um sie etwa in Belgien fliegen zu lassen. Bereits mit elf Jahren hat Helpenstein die große Begeisterung für die kleinen Flieger gepackt: "Wenn Flugzeuge vorbei geflogen sind, was das für mich ein Abenteuer." Jetzt wünscht er sich, dass sich auch weiterhin Jugendliche dafür begeistern lassen. Einfach wird es für den Verein nicht: Unter den 128 aktiven Mitgliedern sind nur zehn Jugendliche. Oft sei es für die jungen Menschen schwer, zu den Flugplätzen zu kommen, weil sie die eigenen Modellflieger mitbringen müssen. Nicht alle Eltern könnten sich für das Hobby des Nachwuchses begeistern.

Für die Älteren ist der Flugplatz in Wey ein Stück Heimat. "Teilweise verbringt man ganze Tage am Flugplatz und fachsimpelt über die Modelle", erzählt Willi Helpenstein. Als Modellflugzeugpilot müsse man viel Zeit mitbringen - und auch Geld. Denn: Flugzeuge gibt es für 200 Euro, aber auch für einige zehntausend Euro. Wenn Modelle selbst gebaut werden, dann werden Männer zu "Kellerkindern", erzählt Martina Helpenstein. Tagelang seien sie im Keller oder in der Garage verschwunden, um an ihren kleinen Maschinen zu bauen und diese flugtauglich zu machen.

Interessierte sind auf dem Gelände des RFCW gerne gesehen. Neue Mitglieder und Einsteiger werden behutsam in die Welt des Modellflugs eingeführt. Für Willi Helpenstein die größte Freude: dass er sein Hobby zum Beruf machen konnte. Mit seiner Firma HKM-Flugzeugbau stellt er bereits seit einigen Jahren erfolgreicher Modellflugzeuge her. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur ist mit viel Enthusiasmus dabei, will bis zum Lebensende Modellflugzeuge fliegen. Seine Frau unterstützt ihn, fast alle Frauen begleiten ihre Männer zu den Treffen und freuen sich auf die Tage. "Den steifen Nacken am Montag nimmt man dafür gern in Kauf", sagt Martina Helpenstein lachend. In Wey war zu erleben: ein Miteinander der Generationen. So steuert ein Elf-Jähriger sein Modellflugzeug vom Boden aus, während ein 82-Jähriger zusieht und wartet, dass er sein eigenes Model starten lassen kann.

Und auch im kommenden Jahr wird das kleine Wey wieder zum Ziel für zahlreiche Flugbegeisterte, wenn das nächste Großseglertreffen ansteht.

Quelle: NGZ
 
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