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Korschenbroich
170 Besucher hören Anne Gesthuysen

Korschenbroich. Die Autorin trug bei "Korschenbroich liest" aus ihrem zweiten Buch vor. Von Angela Wilms-Adrians

Mit ihrem ersten Roman feierte Anne Gesthuysen einen sensationellen Erfolg. Nun las die Moderatorin und Autorin in der Reihe "Korschenbroich liest" aus ihrem zweiten Buch "Sei mir ein Vater". Im Pfarrzentrum von St. Andreas betonte Rita Mielke, Initiatorin des erfolgreichen Lesekonzepts, erfreut über die enorme Zahl der Zuhörer: "Wir haben alles gegeben, um niemandem absagen zu müssen." Sie verriet, dass Gesthuysen nicht zuletzt für die Vollendung ihres zweiten Romans die Moderation des "ARD-Morgenmagazins" abgegeben hatte.

Das eindeutig weiblich dominierte Publikum dürfte sich gleich bei den ersten Zeilen beinahe zuhause gefühlt haben. Denn die 1969 am unteren Niederrhein geborene Autorin hat sich ihre Affinität zur Region bewahrt. Sie siedelt das erste Kapitel in Xanten an, das ihre Heldin, die junge Pariserin Lilie, auf den ersten Blick als "kaum wahrnehmbares Fleckchen auf der Landkarte" zwischen Wiesen, Feldern und Nebelschwaden zunächst leicht versnobt beäugt. Als Austauschschülerin findet Lilie dann aber in Hanna und deren Vater eine Ersatzfamilie. Diese Familiengeschichte ist verwoben mit der Lebensgeschichte einer Malerin des Belle Époque. Das Rätsel um eines ihrer Bilder gibt den Anstoß für eine Spurensuche, die die Protagonisten nach Frankreich und auf die Antillen führt.

Gesthuysen bekannte bald, dass sie selbst die Vorlage für die als pummelig beschriebene Hanna gewesen sei. Ebenso hätten Lilie wie auch die Vaterfigur reale Vorbilder. Die biografischen Bezüge sind das Bindeglied zum ersten Roman "Wir sind doch Schwestern". Es sei schon schwer gewesen, nach diesem Erfolg noch einmal zu schreiben und zu hoffen, dass die Figuren des neuen Buchs auf gleiche Sympathien stoßen würden, erzählte Gesthuysen. Die Korschenbroicher lernten sie als eine lebhafte Frau kennen, die mindestens ebenso anschaulich und gerne über Hintergründe und Emotionen erzählte wie sie las. Und die erzählte, wie sie zum Schreiben gekommen sei: Bei einer Einladung der Fernseh- und Radiomoderatorin Christine Westermann habe sie von ihren Großtanten erzählt und sei tags darauf von einem Verlag gefragt worden, ob sie darüber schreiben wolle. Ihren Vater, das Vorbild für die Romanfigur des deutschen Gastvaters, beschrieb Gesthuysen als "großen Kümmerer". "Ich bin ein absolutes Papa-Kind und habe meinen Vater sehr verehrt", bekannte die Autorin. Als sie erzählte, wie die einstige Austauschschülerin im realen Leben den sterbenden Vater besuchte, fiel ihr das Sprechen schwer. Mielke bescheinigte ihr beim Abschied: "Das Lachen und Weinen, Anrührende und Heitere liegen am Niederrhein und bei Ihnen immer nah beieinander".

Quelle: NGZ
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