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Korschenbroich
20 Ausstellungsorte machen die Stadt zu einer Kunstgalerie

Korschenbroich. Ideen, Denkanstöße und Emotionen: Ein Schaufensterbummel durch den Korschenbroicher Kunstfrühling. Er dauert noch bis zum 24. April.

Das Wetter zeigte sich wenig frühlingshaft, als Kunsthistorikerin Angela Wilms-Adrians am Sonntag zu einem Rundgang zu den 20 Stationen des neunten Korschenbroicher Kunstfrühlings aufbrach. Doch die kräftigen Regenschauer schreckten die 25 Teilnehmer nicht ab, zumal sich die Gruppe in das Rathaus-Foyer flüchten konnte.

Das Rathaus ist einer von 20 Ausstellungsorten. Mit Brigitta Heidtmann, Thomas Klein, Frank Hinrichs und Petra Fröning präsentieren dort gleich vier Künstler ihre Werke. Thomas Klein war vor zwei Jahren schon einmal mit dabei, und seine 1,80 Meter hohe Glascollage, die vom Korschenbroicher "Freundeskreis für Kunst und Kultur" angekauft wurde, steht seitdem im Rathaus. Dieses Mal hat er drei Kuben mitgebracht, in deren Inneren Spiegel mit der Wahrnehmung des Betrachters spielen und sein Auge täuschen. Überraschend ist die Spannbreite von Petra Frönings Arbeiten im Ratssaal: Sie reicht von zwei kleinen, naturalistischen Vogeldarstellungen hin zu einer großformatigen, abstrakten Tuschearbeit.

Die weitaus meisten Kunstwerke aber werden in den Schaufenstern der 15 Geschäfte ausgestellt. Das Ziel dieser Schaufenster-Aktion ist es, die Kunst näher an die Menschen zu bringen und dabei jene zu erreichen, die nur selten ein Museum aufsuchen. Bei KiK-Künstlerin Brigitte Schalenberg kommt diese Idee gut an. "Die Gemälde und Objekte in den Schaufenstern bieten eine gute Möglichkeit, über Kunst zu diskutieren", sagt sie. Und so hofft Freundeskreis-Vorsitzende Gisela Willems-Liening, dass die ausgestellte Kunst von vielen wahrgenommen wird.

Das könnte im Modegeschäft Filou fast schwierig werden: Nahezu harmonisch fügen sich Angel Richters farbintensive, lebensgroße Gemälde in die Fensterdekoration ein. Sie zeigen gut gekleidete Menschen, deren Gesichter vom Bildrand abgeschnitten sind, und die durch die Stadt flanieren. Doch der Schein trügt: Es geht um Äußerlichkeiten, Selbstdarstellung und Eitelkeit. Und wo, wenn nicht in einem Modegeschäft, ließe sich das besser thematisieren? Die großformatigen Arbeiten von Neno Arslana wiederum sind in der Rochus-Apotheke kaum zu übersehen, wo sie die ganzen Schaufenster einnehmen. Sie erinnern an imaginäre Landschaften.

Faszinierend sind auch die filigranen Objekte aus Draht und Cellulose von Wilma Hagemann in der Auslage von Dessous Leufen. So wird eine Shoppingtour durch den Ortskern bis zum 24. April zum spannenden und sinnlichen Erlebnis.

(drlp)
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