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Korschenbroich
25 Jahre Troizk: Freundschaft über Grenzen hinweg

Korschenbroich. In Troizk liegt bereits Schnee. Entsprechend rühmte die russische Delegation aus der Stadt bei Moskau beim Empfang im Rathaus die herbstlichen Farben am Niederrhein. Die Begegnung der russischen Gäste und ihrer Gastgeber mit Bürgermeister Marc Venten glich weniger einem politischen Höflichkeitsakt als vielmehr einem lockeren Austausch. Es ist offensichtlich, dass mit den Jahren Freundschaften entstanden und gewachsen sind. Vier von Hans-Walther Hülsers Kindern zum Beispiel waren in Troizk. Von 1991 bis heute genießt die Familie die Rolle als Gastgeber und erhält auch abseits von Austauschprogrammen gelegentlichen Besuch aus Russland. Von Angela Wilms-Adrians

Aus dem einstigen Schülerprojekt wurde ein Austausch von Erwachsenen unter wechselnden Schwerpunkten. In diesem Jahr ist es ein Ärzteprojekt. Daher wurden insbesondere die Ärzte, der Orthopäde Oleg Titarenko, der Kardiologe Gennadi Judin und die Neurologin Elena Sazanova, begrüßt. Mit ihren Begleitern gewinnen sie in dieser Woche Einblicke in die ärztliche Versorgung vor Ort. Auf dem Programm stehen Besuche der "Medica" (Messe für medizinische Produkte) sowie der Uni-Klink in Düsseldorf, der Unfallklinik Bochum, des Krankenhauses Neuwerk und der Niederrhein-Klinik sowie bei niedergelassenen Ärzten.

Für Venten war der Termin im Rathaus die erste offizielle Begrüßung einer Abordnung aus Troizk. Als Ehrengast hatte er seinen Vorgänger Heinz Josef Dick hinzu gebeten, der über viele Jahre die Stadt als Gastgeber vertrat. Als "Gesichter der Freundschaft" begrüßte Venten Dorothea Hoelper und Tatjana Senatorovka. Beide sind seit den Anfängen dabei und maßgeblich mit der Organisation befasst. Hoelper erinnerte an die Ursprünge: Den eigentlichen Impuls für den ersten Kontakt hatte Ulla Frauenkorn gegeben, deren Ehemann geschäftliche Beziehungen nach Troizk pflegte. Auch diese Familie ist bis heute beteiligt.

Die ersten Schüler aus Troizk seien sehr zurückhaltend und schüchtern gewesen. Und die deutschen Schüler seien in Troizk herzlich aufgenommen worden, erinnerte sich Hoelper. Aufgewachsen in Berlin, habe sie als Kind oft gehört: "Der Russe kommt." Diese frühkindliche Prägung wäre für sie die wesentliche Motivation für den freundschaftlichen Austausch gewesen.

Die frühere Vize-Schulleiterin betreut den Austausch heute als Vorsitzende des eigens gegründeten Forums für Internationalen Austausch. Tatjana Senatorova und Anna Zierulnuk übersetzten charmant und fügten Anekdoten zum Jubiläumsjahr bei. Unter den Geschenken der Gäste passte eines perfekt zur Erfahrung klimatischer Gegengensätze: Ein Gemälde mit Herbstlaub im Schnee.

Quelle: NGZ
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