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Korschenbroich
420.000 Euro für neuen Abwasserkanal

Korschenbroich. Der Abwasserbetrieb erneuert auf der Unterstraße den Kanal. Die beengte Baustelle bedeutet für die Arbeiter eine Herausforderung. Von Carsten Sommerfeld

Auf der schmalen Unterstraße in Lüttenglehn ist für Autofahrer die Durchfahrt zurzeit unmöglich. Eine Wanderbaustelle versperrt den Weg: Der städtische Abwasserbetrieb lässt in der Straße den alten Abwasserkanal erneuern, Insgesamt 420.000 Euro werden dafür investiert - es handelt sich um das größte Projekt zur Kanalsanierung in diesem Jahr.

"Bei einer Überprüfung des Kanals mit einer Kamera waren Mängel festgestellt worden", erläutert Technischer Betriebsleiter Thomas Kochs an der Baustelle. Risse und Abplatzungen im Inneren des Rohres seien entdeckt worden, Wurzeln seien ins Rohr gewachsen. "Jedes Jahr befahren wir rund 15 Prozent unseres insgesamt 210 Kilometer langen Kanalnetzes mit einer Kamera", erläutert Kochs.

Ergebnis der Überprüfung: Auf der Unterstraße besteht Handlungsbedarf. Der städtische Abwasserbetrieb beauftragte die Firma Lücker mit dem Kanalbau, der an der Einmündung der Unter- in die Birkhofstraße startete. "Eine Herausforderung ist die Enge der Straße", erläutert Markus Poschmanns von der Baufirma. "Wir können mit dem Bagger nur von den Kopfseiten der Baustelle arbeiten - und zwar immer nur auf einigen Metern Länge". Materialien lagert die Firma am Rande des Dorfs.

Zunächst wird ein neuer Schacht erstellt, zudem wird der alte Kanal für Regen- und Schmutzwasser, gegen eine neue Leitung - ebenfalls mit 60 Zentimetern Durchmesser - ausgetauscht. Da in den Häusern an der Straße weiterhin Abwasser anfällt, wurde in der Baugrube eine provisorische Leitung verlegt.

Beim Kanalbau allein bleibt es nicht. "Bei mehreren Hausanschlüssen wurden Mängel festgestellt. Der überwiegende Teil der betroffenen Grundstückseigentümer lässt den Anschluss gleich zusammen mit dem Kanalbau erneuern", erläutert Thomas Kochs. Darüber hinaus "verlegt der Versorger NEW die Stromleitung in den Boden". Bislang hängen Stromleitungen noch an Masten neben der Straße. "Das ist fast schon eine Rarität",sagt Kochs. Auch die Leitung zur Versorgung der Laternen "verschwindet" künftig im Boden.

Erst im Zuge des Kanalbaus wird sich herausstellen, ob ein Teil der Gasleitung dem neuen Rohr im Weg liegt und verlagert werden muss. Zum Schluss wird die Fahrbahn auf der Unterstraße wiederhergestellt und erneuert, die alte weist mehrere Flicken auf.

Für die Anwohner hat die zweimonatige Wanderbaustelle Folgen: Sie können nur bis zur Absperrung fahren - und einige Tage ihre Grundstücke nicht mit dem Auto erreichen. "Wer beispielsweise eine Heizöl- oder Möbellieferung erwartet, sollte sich zur Absprache an den Polier vor Ort, Willi Metzner, wenden", sagt Thomas Kochs.

Mitte des kommenden Monats sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Wegen "Anfangsschwierigkeiten", wie Thomas Kochs erklärt, seien die Arbeiten noch nicht so weit wie gewünscht. "Wir hoffen aber, dass wir dies bis Oktober wieder aufholen können", erläutert der Technische Betriebsleiter.

Das Bauprojekt in Lüttenglehn ist der Startschuss für eine ganze Reihe weiterer Sanierungsvorhaben, die im kommenden Jahr im Bereich Liedberg/Steinhausen anstehen werden. Für insgesamt eine Million Euro sollen Abwasserkanäle in den Straßen Tümpsend, Steinhausen, Von-Randerath-Straße, Fuchsstraße, Dahlacker, Wasserweg, Drölsholz, Lehmstraße und Am Dyckerholz erneuert werden.

Quelle: NGZ
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