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Korschenbroich
Abiturient zieht für ein Jahr nach Afrika

Korschenbroich: Abiturient zieht für ein Jahr nach Afrika
Er geht für ein Jahr nach Ghana: der 18-jährige Jannis Koch aus Korschenbroich. FOTO: christian Kandzorra
Korschenbroich. Den 18-jährigen Jannis Koch verschlägt es nach Ghana. Dort leistet er einen Jugend-Freiwilligendienst. In einer Schule wird er Kinder unterrichten. Ihn reizt die fremde Kultur. Jetzt geht's für den jungen Korschenbroicher ans Kofferpacken. Von Christian Kandzorra

In wenigen Tagen startet Jannis Koch in das wohl größte Abenteuer seines Lebens. Der 18-Jährige lässt seine Heimat Korschenbroich für ein Jahr zurück, um in Ghana einen Jugend-Freiwilligendienst zu leisten. Am 10. August geht's für den Abiturienten los: Insgesamt 16 Stunden dauert die Reise über Äthiopien in die rund 8000 Kilometer weit entfernte Großstadt Kumasi. Was ihn dort genau erwartet, das weiß Jannis Koch noch nicht. "Ich will mich überraschen lassen", sagt er. Das Jahr im Westen Afrikas will der Korschenbroicher zur Berufsorientierung nutzen, Erfahrungen sammeln und die Kultur des Landes hautnah erleben - wohlwissend, dass Ghana noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt zählt.

Eigentlich wollte Jannis Koch nach Südafrika, doch dort waren schon alle Plätze vergeben. "Ghana hat sich dann mehr oder weniger durch Zufall ergeben", erzählt er. Was er dort machen wird? "Ich werde in einer Schule helfen, Kinder in den Fächern Mathematik und Englisch zu unterrichten. Darauf freue ich mich sehr. Vielleicht werde ich später auf Grundschullehramt studieren."

Sein am weitesten entferntes Reiseziel war bisher Thailand - allerdings nur als Urlaub. Ghana wird der 18-Jährige ein Jahr lang alleine erleben, größtenteils auf sich selbst gestellt, ohne seine Familie. Ab August wird er mit fünf weiteren Deutschen in einer Wohngemeinschaft leben. "Ich hoffe, dass ich mit den Leuten gut zurecht komme." Bisher kennt er Ghana nur aus dem Fernsehen. "Mich reizt es, die Kultur kennenzulernen", sagt Koch, der seit einigen Jahren Messdiener in St. Andreas Korschenbroich ist. "Ich habe gehört, dass die Messen im christlich geprägten Ghana zwischen zwei und drei Stunden dauern sollen. Das will ich erleben."

Organisiert wird sein Ghana-Aufenthalt von der gemeinnützigen Gesellschaft "Volunta", die dem Deutschen Roten Kreuz angehört. Sorgen, dass etwas schiefgehen könnte, macht sich Jannis Koch nicht. "Ich habe vielmehr Angst, dass ich zuhause zu viel verpasse - zum Beispiel mit meiner Familie, meinen Freunden oder mit den Messdienern", erzählt Koch, der sich bei "Volunta" gut aufgehoben fühlt. Der Aufenthalt kostet ihn pro Monat etwa 245 Euro, dafür bekommt er 212 Euro Taschengeld, ist versichert und hat das Zimmer in der WG. Gefördert wird diese Art des internationalen Jugend-Freiwilligendienstes auch vom Bundesfamilienministerium. Der Korschenbroicher vermutet bereits jetzt, dass er nach seinem Aufenthalt viele Kleinigkeiten des deutschen Alltags stärker zu schätzen wissen wird. "In Ghana hat man nicht immer Strom und fließendes Wasser. Es gibt auch nicht überall Waschmaschinen", berichtet seine Mutter Jutta Konnertz, die mit ihrem Sohn bereits bei einem Reisemediziner war. "Ich habe fünf Mehrfach-Impfungen hinter mir", berichtet Jannis. Er wird während seines Aufenthalts prophylaktisch auch Tabletten gegen die in Afrika verbreitete Krankheit Malaria schlucken müssen.

Zwei Reisekoffer à 23 Kilogramm darf Koch mitnehmen. Jetzt geht's für ihn ans Packen: "Ich werde auf jeden Fall ein Moskitonetz, Sonnencreme und locker sitzende, weite Kleidung einpacken." Die wird er gut gebrauchen können, denn in Ghana herrschen fast das ganze Jahr über Temperaturen um 30 Grad.

Wie die Verständigung vor Ort funktioniert? "In Ghana ist Englisch Amtssprache. Ich bekomme aber noch einen Crashkurs in Twi, der zweiten Landessprache", sagt Koch, der sich schon sehr auf den Aufenthalt in Ghana freut. Was das Essen betrifft, will er das probieren, was die Menschen in Ghana lieben. "Ich habe gehört, dass dort viel Obst und Reis gegessen wird."

In Korschenbroich warten Mutter, Vater Detlef Koch, seine Schwester Finja (12), seine Großeltern und seine Freunde auf ihn. "Es gibt noch eine Abschiedsparty. Und wir werden Jannis auf jeden Fall auch in Ghana besuchen kommen," sagt seine Mutter.

Quelle: NGZ
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