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Kleinenbroich
Am Sonntag feiert die erste Givebox Premiere

Kleinenbroich: Am Sonntag feiert die erste Givebox Premiere
Seit Donnerstag ist sie fertig, morgen wird sie vorgestellt: die Givebox – hier mit Kirsten Lübke, Iris Flemmig, Heinz Josef Dick (v. l.), Lisa und Marcella. FOTO: lb
Kleinenbroich. Das schmucke Holzhaus soll zum Geben und Nehmen einladen. Sie ist die erste Givebox mit Genehmigung der Stadt und die erste im Kreis. Von Ruth Wiedner

Kirsten Lübke (45) und Iris Flemmig (42) räumten noch rasch einige Bücher, zwei Kerzenständer und eine braune Handtasche ins Regal, bevor der Bürgermeister gestern Morgen an der Bismarckstraße 21 vorfuhr. Heinz Josef Dick hatte nichts zum Tauschen für die Givebox dabei, aber dafür einen Nutzungsvertrag, den Ideengeberin Kirsten Lübke gern unterzeichnete. Die Box gehört jetzt der Stadt Korschenbroich und wird von den beiden Kleinenbroicherinnen offiziell betreut. Damit genießen die beiden Patinnen den erforderlichen Versicherungsschutz und alle Bürger profitieren davon.

Bürgermeister Dick, ein Fan dieser Idee, zeigte sich gestern Morgen dann auch beeindruckt: "Das ist eine wirklich gute Sache", lobte der Verwaltungschef das ehrenamtliche Engagement der Bürger. "Das neue Angebot ist eine Bereicherung für unsere Stadt." Und dass sich die Givebox zu einem Kommunikationspunkt entwickeln wird, war gestern schon zu beobachten. Rund 20 Gäste verfolgten aufmerksam das Treiben vor der Geschenke-Werkstatt von Iris Flemmig.

Die neue Givebox wird am Sonntag, 10. März, offiziell in Betrieb genommen. Die beiden Patinnen und die Kleinenbroicher Initiative "41352 – Einfach besser leben", werden den Besuchern im Rahmen des Ostermarktes von 12 bis 18 Uhr Idee und Konzept vorstellen.

Die neue Givebox ist vergleichbar mit dem öffentlichen Bücherschrank, der bereits auf dem Kirchplatz in Korschenbroich steht. Während dort nur ausgediente Bücher gefragt sind, bietet das schmucke Holzhäuschen an der Bismarckstraße in Kleinenbroich als eine Art Geschenke-Station Platz für vieles – für die alte Sammeltasse von Tante Anna, das Dartspiel des Großvaters, die alte Lederjacke aus Jugendtagen und für die braune Handtasche, die eine Spenderin Iris Flemmig vor die Ladentür gelegt hat. Auf der Vorderseite klebte ein kleiner Hinweiszettel mit dem Vermerk "Tasche für die Givebox".

Geben und Nehmen – das ist die Idee der Givebox, die auch in großen, schwarzen Lettern auf der kleinen Hütte prangt. Das Givebox-Konzept ist inzwischen weit verbreitet. Dort findet der Besucher Dinge, nach denen er vielleicht schon jahrelang sucht. Einen 70er-Jahre-Stoff für einen Kissenbezug oder einen Ersatz für die zerbrochene Zuckerdose des eigenen Geschirrs. "Ressourcen schonen und Gemeinschaft stärken – das sind die Leitideen der Givebox", erklärt Kirsten Lübke. "Alles, was noch gut in Schuss ist und anderen gefallen könnte, kann zum kostenlosen Mitnehmen ausgelegt werden."

Diese Boxen gibt es schon in Großstädten wie Berlin, Düsseldorf und Köln. "Nur nicht so schön", sagt Oliver Sitt. Schließlich hat Lutz Flemmig das Häuschen montiert. Und um das nötige Kleingeld zu beschaffen, wurde die Idee der Givebox zu einer Gemeinschaftsaktion mit einem erfolgreichen Bücherverkauf im vergangenen Herbst.

(RP/rl)
 
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