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Korschenbroich
Aus Reihe zwei zum Probst aufgestiegen

Korschenbroich: Aus Reihe zwei zum Probst aufgestiegen
Er ist in Wassenberg mittlerweile als Probst im Einsatz: der frühere GdG-Pfarrer Thomas Wieners an seiner Wirkungsstätte. Seine Zielsetzung ist unverändert: "Ich will Menschen für das Evangelium und Jesus Christus motivieren." FOTO: J. Knappe
Korschenbroich. Pfarrer Thomas Wieners (55) wechselte vor fünf Jahren von Korschenbroich nach Wassenberg. Der Abschied ist ihm seinerzeit schwergefallen. Mit seiner neuen Aufgabe wuchs auch die Verantwortung. Die NGZ besuchte ihn in St. Marien. Von Angela Wilms-Adrians

In Wassenberg betreut Thomas Wieners (55) als Propst sieben Gemeinden und greift mitunter gern auf Erfahrungen zurück, die er am Niederrhein gesammelt hat. "Die Zusammenführung der sieben Gemeinden ist ähnlich wie seinerzeit in Korschenbroich. Eine jede von ihnen hat ein Eigenleben und will dieses bewahren", vergleicht der Seelsorger. Beim Blick zurück auf die Schützenhochburg Korschenbroich ist ihm aufgefallen, dass die Bruderschaften im neuen Wirkungskreis weniger Einfluss haben, aber in jeder seiner Gemeinden präsent sind. So ist er denn gleich siebenfacher Präses. Aus Korschenbroich mitgenommen hat er die Idee des Neujahrsempfangs, an dem die Stadt beteiligt ist.

Wieners ist noch ebenso drahtig wie damals. Das mag mit daran liegen, dass er seine Wege möglichst mit dem Fahrrad zurücklegt. "So kann man die Leute besser begrüßen", sagt der Geistliche, der für seine Spontanität und sympathische Emotionalität bekannt ist.

Die Kirche am Stiftsplatz und ihr Umfeld liegen ihm am Herzen. Mit einem Lächeln verweist er auf das nahe gelegene Jugendheim, den Kindergarten und den Treffpunkt mit dem Angebot "Coffee to stay". Diese Bündelung hilft ihm, seine Ziele zu verfolgen. Seine wesentliche Aufgabe sieht Wieners darin, "Menschen für das Evangelium und für Jesu Christus zu motivieren". Ein Schwerpunkt ist für ihn die Arbeit mit jungen Familien und "jetzt auch mit den Asylbewerbern". Für sie plant er eine Weihnachtsfeier.

Im Pfarrhaus am Stiftsplatz mit Blick auf den hübschen Propsteigarten liegt auch seine Privatwohnung. Dort erzählt Wieners, dass der Abschied von Korschenbroich für ihn zunächst "dramatisch" gewesen sei. "Beim Abschiedsgottesdienst hatte ich mich noch gut im Griff, doch als ich beim Auszug einen Mann weinen sah, war es damit vorbei. Ich konnte vor Tränen nicht mehr sehen", erzählt er offen. Als Grund für den Wechsel nennt er unterschiedliche Auffassungen zur pastoralen Ausrichtung in der Zusammenarbeit mit dem damaligen Pfarrer Franz-Josef van de Rieth. Hinzu kam, dass in der Leitung zwei recht unterschiedliche Charaktere aufeinandertrafen. Ehe Wieners in Wassenberg eingeführt wurde, gönnte er sich einen zweimonatigen USA-Aufenthalt, um Abstand zu gewinnen. Kaum war er in Wassenberg eingeführt, da wurde sein Vorgänger aus gesundheitlichen Gründen entpflichtet. "Ich war als zweiter Mann gekommen, aber unser Herr Gott wollte das so wohl nicht", erzählt Wieners. Er prüfte sich ein Jahr lang, führte die Pfarre erst einmal kommissarisch, um sich dann voll und ganz für sie zu entscheiden.

Die Kontakte nach Korschenbroich sind sporadisch. Demnächst kommt Pfarrer Hermann-Josef Schagen mit einer Gruppe aus Herrenshoff. Mit einigen früheren Weggefährten tauscht sich Wieners über Facebook aus. "Es tut mir leid, dass ich nur noch relativ wenig Kontakt habe. Aber auch für Freunde habe ich nicht die Zeit, die ich mir gerne nehmen würde", gesteht der Pfarrer. Das Korschenbroicher Schützenfest hat er noch vor wenigen Jahren besucht - "als der schwere Sturm war".

Quelle: NGZ
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