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Korschenbroich
Autofasten - eine Organisationsfrage

Korschenbroich. Daniele Schumann verzichtet bereits seit knapp drei Wochen auf ihr Auto.

Ihr erstes Fazit fällt durchweg positiv aus: "Es läuft wesentlich besser, als ich es mir vorgestellt habe", sagt Daniele Schumann (49). Die Kleinenbroicherin verzichtet in der Fastenzeit auf ihr Auto und folgt einem Aufruf der Initiative "41352 - Einfach besser leben", das Auto für sechseinhalb Wochen stehen zu lassen und aufs Fahrrad umzusteigen.

Im Alltag mit einer dreiköpfigen Familie ist das gar nicht so einfach umzusetzen. Deshalb ist das Autofasten für die 49-Jährige überwiegend eine Frage der guten Organisation. Einen Vorteil hat sie jedoch: Sie arbeitet im Homeoffice und braucht nicht zur Arbeit zu radeln. Nach zwei Wochen ohne Auto hat sie festgestellt, dass der Faktor Zeit entscheidend ist. "Ich muss für alle Erledigungen viel mehr Zeit einplanen als bisher", sagt sie.

Das fängt schon beim Einkaufen an. Denn so viel Platz ist nicht in den Packtaschen ihres Fahrrads - und der gewohnte Großeinkauf deshalb nicht möglich. Aktuell überlegt sie, sich einen Einkaufstrolley zuzulegen und die Einkäufe zu Fuß zu erledigen. "Ich muss anders planen und mich anders organisieren", resümiert sie. So bedeute das Autofasten auch, Aufgaben zu delegieren sowie Nachbarn und Freunde um Unterstützung zu bitten. Zum Beispiel wenn sie sich als Trainerin der Teutonia Kleinenbroich auf den Weg zum Fußballtraining macht. "15 Bälle kann ich nicht mit dem Fahrrad transportieren", sagt sie. Also hat sie jemanden gebeten, die Bälle mitzunehmen.

Seit ihrer Schulzeit ist Daniele Schumann passionierte Radfahrerin. Als ihr neun Jahre alter Sohn nach Mönchengladbach-Eicken zum Zahnarzt musste, ist sie auf das Auto umgestiegen: "Wir wären mit öffentlichen Verkehrsmitteln drei Stunden unterwegs gewesen. Das steht in keinem Verhältnis zu den zehn Minuten beim Zahnarzt. Zudem hätte ich meinen Sohn eher aus der Schule nehmen müssen." Ein anderes Problem Der Rasen müsste mit einer Walze eingeebnet werden. Die möchte sie in den nächsten Tagen ausleihen. Doch wie sie das Gerät nach Hause bekommt, weiß sie noch nicht. "Ich kann sie ja schlecht zu Fuß durch den Ort hinter mir her ziehen", sagt sie und lacht. Vielleicht kommt das Auto dann noch einmal zum Einsatz.

(drlp)
 
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