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Korschenbroich
"Bach trifft Vivaldi" beim Konzert in der Pfarrkirche St. Andreas

Korschenbroich. "Bach trifft Vivaldi" war ein Chor-und Orgelkonzert in der Korschenbroicher Andreas-Pfarrkirche überschrieben. Zunächst aber stand im Programm das "Orgelkonzert g-Moll" (op. 4/1) von Georg Friedrich Händel. Und das bereitete dem Gastgeber im Vorfeld erhebliche Sorgen. Denn als Interpret war der Altenberger Domorganist Rolf Müller vorgesehen, der aber kurzfristig wegen einer Erkrankung absagen musste. Für ihn konnte als Ersatz quasi in letzter Minute der Neusser Münsterkantor Joachim Neugart gewonnen werden, der an einer Truhenorgel im Altarraum vor allem die ausgedehnten Solopartien im Allegro reich verzierte und das variationsartige Andante auch in der schnellläufigen Steigerung perfekt meisterte. Der von ihm an der Hauptorgel gespielte Bach-Choral "Nun komm der Heiden Heiland" (BWV 659) mit der Hauptstimme im Sopran war in den Unterstimmen etwas dumpf registriert.

Beim Händel-Konzert und fast allen Chorwerken begleitete das feine "Sinfonische Ensemble an St. Andreas" mit zwei Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass und zwei Oboen. Ebenfalls nun an St. Andreas beheimatet ist das Vokalensemble, das Andreas-Kantor Martin Sonnen noch in seiner Zeit als Seelsorgebereichsmusiker in Grevenbroich gegründet hat. Der Kammerchor mit sehr ausgeglichenem Stimmenpotenzial führte mit zwei kurzen erfrischenden Psalmvertonungen in das Vokalwerk von Antonio Vivaldi ein, das er vornehmlich als musikalischer Leiter des Waisenhauses Ospedale della Pietà in Venedig verfasst hat.

Wirkte der Chor beim "Laetatus sum" noch etwas gehemmt, so steigerte er sich bis zu Vivaldis "Magnificat" für Soli, Chor, zwei Oboen und Streicher deutlich. Von der mächtigen Einleitung über das "Et misericordia eius", das Herzstück der Komposition, bis hin zum beschwingten "Gloria Patri"-Finale bot der Chor eine ansprechende Leistung. Das schnelle Unisono im "Deposuit" war bewundernswert einheitlich. Alle Soli (Soprane, Alt, Tenor) waren durch Chormitglieder sehr ordentlich besetzt.

Mit Johann Sebastian Bachs berühmtester Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" hatte sich das Vokalensemble viel vorgenommen, denn die doppelchörige Anlage mit jeweils vier Stimmen fordert auch deutlich größere Chöre. Martin Sonnen führte die Motette mit stützendem Continuo (Orgel, Bassstreicher) auf. Gelegentlich geriet der Kammerchor an seine Grenzen, war aber ausgerechnet im konzertant jubilierenden Wechsel der Chöre voll da, und die Soprane fanden im Schluss-Halleluja den B-Dur-Spitzenton makellos sauber.

(nima)
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