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Korschenbroich
Bestandsgarantie für städtische Schulen

Korschenbroich. Die Stadt wird keine Schulen schließen. Gleiches gilt für Sportplätze und Turnhallen. So reagierte gestern der Bürgermeister auf die Sparempfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt. Marc Venten: "Wir sparen an anderer Stelle." Von Ruth Wiedner-Runo

Der GPA-Prüfbericht hat es in sich. Für Außenstehende klangen die Ausführungen von Jürgen Schwanitz, Frank Hanitzsch und Sven Aldorf im Rechnungsprüfungsausschuss wie eine schallende Ohrfeige. Die Bewertungen waren bis auf den IT-Bericht durchweg negativ. Im Vergleich mit ähnlich großen Kommunen gab's für Korschenbroich unter anderem für die Haushaltsführung, die Stadtpflege und für die Anzahl der Schulen, Sportplätzen und Turnhallen schlechte Bewertungen.

"Wenn man das alles hört, könnte man meinen, wir hätten in Korschenbroich alles falsch gemacht. Dem ist nicht so", versicherte Bürgermeister Marc Venten dann auch gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. "Die GPA sieht durchaus, dass wir hier schon gewaltig konsolidiert haben und auf dem richtigen Weg sind." Der Hinweis auf die Haushaltsproblematik sei "ausschließlich den geringen Gewerbesteuereinnahmen geschuldet". Für den Verwaltungschef heißt das: "Hier müssen wir nachsteuern." Damit aber keine Missverständnisse aufkommen, lautet Ventens klare Botschaft: "Die Gewerbesteuer wird nicht erhöht." Er will versuchen, die noch vorhandenen Kleinstflächen möglicherweise durch Flächentausch attraktiver zu machen. Überhaupt reagierte Venten gelassen auf die vielen Sparempfehlungen der Experten. Die Kernbotschaft für ihn: "Wir liegen gut 20 Prozent unter den Aufwendungen, die andere vergleichbare Städte pro Bürger haben." Während in Korschenbroich pro Jahr und Kopf 1873 Euro aufgebracht werden, liegt der Mittelwert bei 2251 Euro. Die Kernverwaltung ist "schlank", dafür ist das Gewebesteueraufkommen zu niedrig, lautete Ventens erste Zusammenfassung.

Die Anstrengungen von Politik und Verwaltung, die in den zurückliegenden Jahren immer wieder Sparpotenzial aufgetan haben, fand bei den Prüfern wenig Anerkennung. "Das Sparen sieht man nicht", merkte Jürgen Schwanitz in der Sitzung an. "Das empfinde ich als Kompliment", konterte Venten gestern: "Dann ist es uns gelungen, unser äußeres Erscheinungsbild noch gepflegt zu halten." Sein Fazit: "Wir sparen eben nicht an den freiwilligen Leistungen, sondern an anderer Stelle." In dem Zusammenhang erinnerte Venten an die Haushaltsberatungen und bezog dabei alle Fraktionen ein: "Wir drehen jeden Cent fünfmal rum, wenn's um Ausgaben geht."

Der GPA-Anregung, Grundschulen langfristig anders zu nutzen, konnte Venten nicht folgen. "Wir können auf keinen Standort verzichten", sprach er die Anmeldezahlen und die Ausweisung neuer Baugebiete an. "Das gilt auch für den Standort Pesch, da haben wir für eine Eingangsklasse 27 Anmeldungen." Auf die GPA-Kritik, zu viele Sportplätze und Turnhallen als freiwillige Leistung für die Bürger vorzuhalten, entgegnete Venten: "Alle Plätze und Hallen sind ausgelastet." Nach GPA-Erkenntnis muss es Ziel der Stadt sein, jedes Jahr fünf Millionen Euro einzusparen, um dauerhaft einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können.

Quelle: NGZ
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