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Korschenbroich
Blumenhörner für die Pfingstparaden

Korschenbroich: Blumenhörner für die Pfingstparaden
Seit 20 Jahren stylt sie im Blumen-Paradies am Waldfriedhof Blumenhörner für Unges Pengste: Katja Fragen-Hillers (41). Wenn der Blumenkorso am Sonntag zur Parade aufmarschiert, stammen elf der 30 Hörner von ihr. FOTO: I. Raupold
Korschenbroich. Pastelltöne liegen bei Blumenhörnern dieses Jahr im Trend. Ob in Orange und Gelb oder in Rosa: Katja Fragen-Hillers steckt seit 20 Jahren Blumenhörner für Unges Pengste. Sie sorgt dabei stets für ein harmonisches Farbverhältnis. Von Marion Lisken-Pruss

Leicht bewölkt, 15 Grad und keinen Regen - das wäre das perfekte Wetter, das Katja Fragen-Hillers (41) sich für Unges Pengste wünscht. Oder konkreter: für die Blumenhörner, die sie gemeinsam mit ihrem Vater Karl Fragen (69) für das Korschenbroicher Volks- und Heimatfest gestaltet. Seit 20 Jahren arbeitet die gelernte Florist-Meisterin im elterlichen Betrieb mit, und genau so lange arrangiert sie auch schon Blumenhörner.

"Windstill sollte es auch noch sein. Der Wind ist der ärgste Feind aller Blumenhörner - viel schlimmer als Regen", fügt sie hinzu. Denn der Wind trocknet die Steckmasse in den Blumenhörnern zu schnell aus. Da sie das passende Wetter nicht bestellen kann, bleibt ihr nur, möglichst wetterfeste Blumen auszuwählen. Weshalb sie auch nicht jeden Blumenwunsch der Schützen erfüllen mag. "Häufig fragen die Schützen nach Pfingstrosen", erzählt sie. Doch davon rät sie dringend ab: Denn Pfingstrosen lassen viel zu schnell die Köpfe hängen. Das gleiche gilt übrigens auch für Rosen. Die Auswahl ist trotzdem groß: Gerbera, Flamingoblumen (Anthurien), Nelken, Chryanthemen oder Inkalilien halten fünf Festtage durch. Vorausgesetzt, die Hörner werden nach jedem Umzug ordentlich gewässert. Da ist Katja Fragen-Hillers voll des Lobes: "Die Schützenzüge gehen sehr pfleglich mit den Hörnern um. Es ist nicht nötig, dass wir sie während des Schützenfestes auffrischen", sagt sie. Damit die Blumenhörner außerhalb der Umzüge nicht der Sonne ausgesetzt sind und schön kühl stehen, werden die meisten im Chor der Andreas-Kirche oder in der Feuerwache aufbewahrt.

Pfingstsonntag stehen Katja Fragen-Hillers und ihr Vater dann morgens ab fünf Uhr im Blumenladen. "Elf Blumenhörner stecken wir dieses Jahr für Unges Pengste", erzählt sie. Rund 90 Minuten brauchen sie für ein Horn: In einen stabilen Aufbau aus Draht füllen sie zunächst die Steckmasse, in die sie dann dekoratives Blattgrün wie Aralienblätter, Efeu oder Ziergräser und danach etwa 150 Blütenstiele stecken. Ist das Blumenhorn fertig, wiegt es rund 20 Kilogramm. Welche Farben vorherrschen, entscheiden die Schützen selbst: "Orange und Gelb sind die Klassiker. Aber dieses Jahr liegen mit Violett und Rosa die Pastelltöne im Trend", sagt die Expertin im Gespräch mit unserer Redaktion.

Doch die Geschmäcker sind verschieden: Manche Züge wählen jedes Jahr die gleichen Farben aus, andere bevorzugen die Abwechslung, und die Minister- und Königszüge stimmen die Farben häufig auf die Residenz ab. Eines weiß Katja Fragen-Hillers mittlerweile aus Erfahrung: "Männer lieben es bunt." Dann ist ihre Beratung gefragt - schließlich soll ein Blumenhorn harmonisch wirken und das Farbverhältnis ausgewogen sein. Wenn an Pfingstsonntag gegen Mittag das letzte Blumenhorn ausgeliefert ist, hat sie noch lange nicht Feierabend. "Am Montag binde ich noch 30 Sträuße für die Damen, die die Majestäten zum Königsball begleiten." Erst Montagmittag kann sie endlich bei Unges Pengste selber mitfeiern.

Quelle: NGZ
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