| 21.47 Uhr

Korschenbroich
Brandstifter ist in Haft – Halle wird neu errichtet

Brand auf Reiterhof in Korschenbroich
Brand auf Reiterhof in Korschenbroich FOTO: Patrick Schüller
Korschenbroich. Eine kombinierte Reit- und Futterhalle ging in der Nacht zum Sonntag in Flammen auf. Die Brandstiftung scheint aufgeklärt: Ein Mann aus Gladbach (37) hat gestanden. Er will Stimmen gehört haben. Von Ruth Wiedner

Keine drei Tage hat es gedauert, und der mögliche Brandstifter vom "Zollerhof" konnte am Dienstagabend in Handschellen abgeführt werden. Der 37 Jahre alte Mönchengladbacher hat die Tat gestanden. Er hatte in der Nacht zum Sonntag auf dem Korschenbroicher Reiterhof gezündelt. Dabei ging eine kombinierte Reit- und Futterhalle in Flammen auf. "Wir alle hier sind so erleichtert, dass der Spuk jetzt ein Ende hat", erklärt Reitstallbesitzerin Sarah Schmitz. Ihre große Sorge war es, dass der Brandstifter erneut an den Tatort zurückkehren würde.

Reitstallbesitzerin Sarah Schmitz vor dem ausgebrannten Stall: Sie ist erleichtert, dass der Brandstifter gefasst und den Pferden nichts passiert ist. FOTO: HP Reichartz

Wie sich bereits am Dienstagabend herausstellte: Ihre Sorge war berechtigt. Die 24 Jahre alte Springreiterin, die den Familienbetrieb an der Zollhausstraße am Ortsrand von Korschenbroich betreibt, hatte einen Unbekannten auf dem Gelände bemerkt. Sie sprach ihn auch sofort an, fragte nach seinem Namen und nach seinem Ansinnen. "Ich bekam keine Antwort", erzählt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Statt dessen zog sich der Unbekannte die Kapuze seines Pullovers ins Gesicht und nahm Reißaus. Weit kam der Mann allerdings nicht: Ihr Vater Udo - ihm kamen noch einige Reiter zur Hilfe - packten sich den Fremden und übergaben ihn zeitnah der herbeigerufenen Polizei. "Er hat die Brandstiftung zugegeben", so die Reitstall-Besitzerin.

Das bestätigte am Mittwoch auch Kreispolizeisprecherin Diane Drawe: "In der polizeilichen Vernehmung gab der 37-Jährige an, Stimmen hätten ihn zu der Tat getrieben." Die Ermittlungen wegen der Brandstiftung gegen den Mönchengladbacher dauern noch an. Er wurde am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt. "Eine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus ist beantragt", erklärte Diane Drawe weiter, "da der 37-Jährige zur Tatzeit nach einem vorläufigen Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen schuldunfähig gewesen sein dürfte."

Das Feuer wurde in der Nacht zu Sonntag gelegt. Eine Autofahrerin hatte zufällig beim Vorbeifahren die Flammen gesehen und um 0.44 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Die rückte mit 65 Einsatzkräften an, die dann über Stunden im Einsatz waren. "Wir hatten Glück, den Tieren ist nichts passiert", sagt Sarah Schmitz. Zurzeit stehen 58 Pferde auf dem Reiterhof. Allerdings wurde das eingelagerte Winterfutter komplett vernichtet. Sie hofft, dass die Reithalle innerhalb der kommenden zwei Wochen wieder aufgebaut werden kann. Was die Versicherung zahlt, ist noch ungewiss, und so merkt sie denn auch dankbar an: "Wir können jede Unterstützung gebrauchen."

Ob die Brandstiftung in Korschenbroich auch in einem direkten Zusammenhang mit dem Feuer auf dem Reiterhof in Mönchengladbach-Günhoven von Anfang Oktober steht, ist zurzeit noch offen. "Die Behörden tauschen sich diesbezüglich aus", war gestern von einem Sprecher der Mönchengladbacher Polizei zu erfahren.

Quelle: NGZ