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Korschenbroich
Brunhilde Köpperschmidt zeigt den Menschen in seiner Verletzbarkeit

Korschenbroich. Makellos glatte Schönheit ist für Brunhilde Köpperschmidt kein Thema. Die Oberflächen ihrer Keramiken tragen Risse und Aufbrüche, die Spuren, Narben, Vergänglichkeit aufspüren. Die farblich zurückhaltenden Aquarelle sowie zwei Tuschearbeiten decken Verlorenheit und Verletzlichkeit auf. Verbindend zwischen den Gattungen steht das Thema Mensch. Bis zum 31. März bestreitet die 82-Jährige die vierte Kunstausstellung im Korschenbroicher Rathaus. Von Angela Wilms-Adrians

"Ich freue mich, in meiner Heimatstadt ausstellen zu können", sagt Köpperschmidt, die 1960 aus dem Ruhrgebiet an den Niederrhein zog. Mit 45 Jahren beschloss sie, ihre Neigung zur kreativen Gestaltung durch Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Fachhochschule Krefeld in Malerei und Keramik zu vertiefen. Seitdem hat sie ihr Werk im In- und Ausland vorgestellt, etwa auf dem Concorso Internationale de la Ceramica Faenza. Im Rathaus-Foyer zeigen Keramiken, wie sehr Köpperschmidt das Thema des Menschen in einer brüchigen Welt berührt. Eine einsame Figur balanciert über eine aufgebrochene, instabil anmutende Wölbung, die nichts gemein hat mit dem Wunschbild einer intakten Weltkugel. Die Büste "Der Veteran" ist aus Tonstücken fragmentarisch zusammengefügt, gibt brüchige Kanten frei. Aktuell mutet eine der älteren Skulpturen an, die eine Menschengruppe in reduzierter Darstellung zusammengepfercht in ein angedeutetes Boot versetzt.

Damit verwandt sind Aquarelle im Ratssaal, die ebenso von der Verlorenheit anonymer Gestalten in der Masse erzählen. Zum Bildhintergrund hin sind die gesichtslosen Gestalten zunehmend schemenhafter zurückgenommen. "Das könnte in der heutigen Zeit sein", sagt die Künstlerin über diese Blätter, die in den 80er Jahren entstanden und ohne weiteres die Not fliehender Menschen symbolisieren könnten.

Quelle: NGZ
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