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Korschenbroich
Bürger haben großes Herz für kleine Kapelle

Korschenbroich: Bürger haben großes Herz für kleine Kapelle
Sie engagieren sich seit etlichen Jahren für die Maria-Hilf-Kapelle (v.l): Andreas Kallen, Peter und Andrea Tillmanns, Heinz Arthur und Horst Nilges.
Korschenbroich. Vor 125 Jahren wurde der Grundstein für die Maria-Hilf-Kapelle gelegt. Das Jubiläum wird mit einer Andacht und einem Foto-Abend gefeiert. Von Christian Kandzorra

Sie ist zwar nur 25 Quadratmeter groß, aber seit Jahrzehnten fest im Kleinenbroicher Ortsgeschehen verankert: die Maria-Hilf-Kapelle an der Konrad-Adenauer-Straße. Am Freitag, 17. April jährt sich der Spatenstich zum Bau des historischen Gotteshauses zum 125. Mal.

Dieses Jubiläum will die Kapellengemeinschaft um ihren Vorsitzenden Peter Tillmanns bei einer Andacht mit Pfarrer Georg Kaufmann feiern. Nach einer anschließenden Messe in St. Dionysius lädt die Gemeinschaft interessierte ins benachbarte Dionysiushaus und zeigt Fotos von der 1890 erbauten Kapelle. Sie wird mit viel Herzblut von einem kleinen Kreis engagierter Kleinenbroicher in Schuss gehalten. "Uns liegt die Kapelle sehr am Herzen. Wir wissen, dass viele mit ihr Besonderes verbinden", sagt Andrea Tillmanns, die mit ihrem Mann direkt gegenüber wohnt (Nummer 26) und das schmucke Backstein-Haus auf Wunsch auch öffnet. "Das kommt nicht oft vor, aber wenn jemand in der Kapelle Ruhe sucht, schließen wir gerne auf."

Nachdem im Jahre 1981 das alte Turmkreuz bei einem Sturm zu Boden gefallen war, wurde die Maria-Hilf-Kapelle gründlich saniert. Auch wenn sich das 125 Jahre alte Gebäude im Eigentum der Stadt Korschenbroich befindet, investieren die Ehrenamtler viel Zeit und Fleiß in die Instandhaltung. "In diesem Jahr wollen wir uns ein wenig um die Außenanlage kümmern und zum Jubiläum die Fensterrahmen streichen", sagt Peter Tillmanns. Demnächst müsse auch das brüchige Schieferdach saniert werden.

"Heute finden nur noch kleine Andachten in der Kapelle statt. Natürlich die Maiandachten, aber auch Andachten zu Beerdigungen oder zu Fronleichnamsprozessionen, die regelmäßig ausgetragen wird", sagt Horst Nilges, der Geschäftsführer in der Kapellengemeinschaft.

Eine Mitgliederliste führt die Gemeinschaft übrigens nicht. "Im Prinzip sind alle Nachbarn der Kapelle Teil dieser Gemeinschaft", betont Andrea Tillmanns. Ihr ist der Erhalt des Gotteshauses sehr wichtig - und zwar in originalgetreuer Form. Orientierung bieten da allerdings nur wenige erhaltene Fotos (das älteste entstand Ende der 1920er Jahre) und Dokumente. "Bis auf ein altes Kassenbuch, das bis 1934 geführt wurde, ist relativ wenig überliefert", erzählt Andrea Tillmanns.

Zum Festakt am 17. April, der mit der Andacht um 17 Uhr beginnt, soll im Eingangsbereich der Kapelle eine Informationstafel aus Plexiglas montiert werden, auf der Interessierte künftig eine zusammengefasste Version der Kapellenhistorie nachlesen können.

"Natürlich sind es in erster Linie ältere Bürger, die sich dafür interessieren. Aber wir wollen die 125-jährige Geschichte selbstverständlich auch an jüngere Generationen weitergeben und sie so erhalten", sagt Horst Nilges von der Gemeinschaft. Sie will sich auch in den kommenden Jahren weiter um die historische Kapelle im Zeichen der Heiligen Maria kümmern.

Quelle: NGZ
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