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Korschenbroich
Caritas-Neubau: Streit um die Klinkerfarbe

Korschenbroich: Caritas-Neubau: Streit um die Klinkerfarbe
Die Caritas plant für den Kirchplatz eine Kombi aus Alt und Neu: Derzeit wird im Rathaus noch geklärt, welche Farbe der Klinker (r.) haben wird. FOTO: Grosch
Korschenbroich. Die Caritas will am Kirchplatz investieren. Die Baugenehmigung für das Vier-Millionen-Euro-Projekt ist noch nicht erteilt. Der Grund: Ärger um den Klinker. Beigeordneter Georg Onkelbach hat ein Farbmuster angefragt. Von Ruth Wiedner

Der Erhalt des alten Pfarrhaus von St. Andreas ist gesichert. Es steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Jetzt soll die Kirchenimmobilie, die zuletzt mehr als zehn Jahre ungenutzt leer stand, zum Blickfang eines Neubauvorhabens werden. Der Caritasverband Mönchengladbach will dort vier Millionen Euro in 17 altengerechte Wohnungen und in eine Tagespflege investieren. Die Rodungen für das Bauvorhaben sind fast abgeschlossen. Mit dem Bau soll Ende März/Anfang April begonnen werden. Was noch fehlt, ist die Baugenehmigung der Stadt Korschenbroich. Der Grund für die Verzögerung: Ärger um die Klinkerfarbe.

Der Verein "Korschenbroich - meine Heimat", der sich in der Vergangenheit auch erfolgreich für die Unterschutzstellung des alten Pfarrhauses aus dem Jahr 1858 stark gemacht hat, begrüßt die Caritas-Pläne und die künftige Nutzung. Vereinsvorsitzender Günter Thoren hatte sich nach der Präsentation allerdings kritisch mit der Farbwahl des Klinkers auseinandergesetzt. Ihm erschien der Ton als zu dunkel und für das Kirchplatz-Ensemble unpassend. "Ich wünsche mir für die Senioren, die dort künftig betreut oder leben sollen, einen freundlichen, hellen Farbton", erklärte er gestern gegenüber unserer Redaktion. Seinen Wunsch auf eine "harmonische Optik" stützt er auf eine Gestaltungssatzung aus den 1980er Jahren. "Das Material muss sich in die Umgebung einfügen", bestätigte auch Korschenbroichs Bürgermeister Marc Venten. Allerdings kann er im Bebaungsplan "Nr. 6 Ortskern Korschenbroich" keine Farbvorgabe erkennen. Venten spricht bei den Vorgaben von einem "weichen Format", während in der von Günter Thoren vorgelegten Gestaltungssatzung 10/10 "Ortskern Hannen-Brauerei" klare Vorgaben formuliert sind. Dort heißt es unter anderem "Für die Fassaden der Gebäude ist Ziegelstein, der sich in der Farbgebung den Gebäuden der Umgebung anzupassen hat, zu verwenden. Verblendsteine müssen eine einfache oder gesandete Oberfläche aus der Farbskala zwischen rot/braun, rot/blau haben."

Der Bürgermeister ist überzeugt davon, dass am Kirchplatz alles zur Zufriedenheit von Bürgern und Investor abgewickelt werde. Marc Venten nutzt die Kritik Thorens auch dazu, nochmals an die Notwendigkeit einer einheitlichen Gestaltungssatzung für den Ortskern zu erinnern. "Wir bereiten alles vor, wenn uns die Politik dazu beauftragt."

Die Baugenehmigung für das Caritas-Vorhaben ist fertig. "Wir haben sie aber noch nicht erteilt", bestätigt Georg Onkelbach auf Anfrage. Der Technische Beigeordnete sieht in Sachen Kliniker-Farbe noch Klärungsbedarf. Er geht von "rot-braun" aus. "Wir haben ein Farbmuster angefordert. Das gilt es zu begutachten. Für den Architekten André Grosch ist die Aufregung nicht nachvollziehbar. Für ihn hat die Animation den gewählten Farbton verfälscht. Grosch: "Es soll sich alles optisch einfügen, ich gehe von einem Braunton aus."

Quelle: NGZ
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