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Korschenbroich
Das Dreigestirn der Liedberger Schützen

Korschenbroich: Das Dreigestirn der Liedberger Schützen
Sie sind das Königspaar im Jubiläumsjahr: Severin Baumeister, der schon zwei Mal Minister war, mit Vera Beuels. Brudermeister Josef Schnock freut sich mit dem Paar. FOTO: Lothar Berns
Korschenbroich. Severin Baumeister (58) schreibt als neuer Schützenkönig Bruderschaftsgeschichte. Die Chronik zum Jubiläumsjahr zeigt, wie sich das Verhältnis von Kirche und Bruderschaft in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat. Von Sebastian Meurer

Mit dem neuen Schützenkönig Severin Baumeister (58) regiert im Jubiläumsjahr der 1865 gegründeten St. Sebastianus-Bruderschaft ein Ur-Liedberger. Damit nicht genug: Der jetzt bei der Frühkirmes gekrönte König wohnt im historischen Ortskern von Liedberg und wird dort auch seine Residenz errichten. Gemeinsam mit seinen Ministern Georg Schütze und Friedel Schwatze hat Severin Baumeister schon jetzt Bruderschaftsgeschichte geschrieben: 2010 begann alles damit, dass Georg Schütze König wurde. 2012 war Friedel Schwatze an der Reihe, und nun ist Severin Baumeister der Dritte im Bunde, nachdem er zwei Mal das Ministeramt ausgeübt hatte. Das königliche Trio ist 1984 gemeinsam in die Bruderschaft eingetreten. Alle drei marschieren im Jägerzug "Wildschweine" mit. Unterstützt werden sie vom Jägerzug "Jägerstolz".

Vor der Inthronisierung des neuen Königspaars verabschiedete Brudermeister Josef Schnock die bisherigen Amtsinhaber Lauritz Koch und Andrea Kebernik, denen Lothar und Anita Kleinen sowie Frank und Nadine Ingmann als Minister zur Seite standen. Das Königspaar habe große Professionalität bewiesen, "obwohl sie ja relativ neu im Schützenwesen sind", sagt Schnock.

Das zweite Highlight neben der Krönung war bei der Frühkirmes die Präsentation der Festchronik zum 150-Jahr-Jubiläum der Bruderschaft. Den Titel der 130-seitigen Broschüre ziert ein Bild der Kirchenfahne von 2010. "Das Wichtigste war für mich, den soziokulturellen Wandel der letzten 25 Jahre darzustellen", sagt Autor Michael Götzen. Wichtigstes Charakteristikum des vergangenen Vierteljahrhunderts aus seiner Sicht: "Bruderschaft und Kirche sind nicht mehr unbedingt identisch", so der Gymnasiallehrer. Inzwischen sei es nicht mehr einfach, die einst enge Verbindung aufrecht zu erhalten. Den Hauptgrund dafür sieht Götzen in den "fehlenden personellen Ressourcen der Kirche". Hätte es eines Beweises bedurft, lieferte ihn ausgerechnet die Frühkirmes: Für den erkrankten Präses Marc Zimmermann, dessen Grußwort zur Krönung verlesen wurde, zelebrierte Pfarrer Hermann-Josef Schagen zwar die Heilige Messe. Die Krönung konnte er indes aus Termingründen nicht vornehmen, so dass General Heino Hoster und Hauptmann Rolf Krücken diese Aufgabe allein übernehmen mussten. Erfreulich ist aus Michael Götzens Sicht, dass nach wie vor "relativ viele Schützen zum Gottesdienst gehen". Mitgemacht haben auch etliche Veteranen: Mindestens 15 Teilnehmer der 100-Jahr-Feier von 1965 hatte Michael Götzen bei der Krönungsfeier im Zelt ausgemacht, allein sechs in Uniform.

Die in einer Auflage von 2000 Exemplaren erschienene Chronik gibt es ab Mitte der Woche in allen Amtsgebäuden, Geschäften, Banken und Gaststätten. Begonnen hat der Verkauf des Jubiläumsstickers, auf dem Schloss Liedberg zu sehen ist.

Quelle: NGZ
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