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Korschenbroich
Denkmalschützer begleiten Traube-Abriss

Korschenbroich. In der nächsten Woche sollen die Arbeiten beginnen. Der Landschaftsverband Rheinland und die Stadt erwarten keine Bodenfunde, werden aber den Abriss begleiten. Auf dem Areal ist danach der Bau von 24 Wohnungen geplant. Von Ruth Wiedner-Runo

Das Traditionsrestaurant "Zur Traube" ist angezählt. In der kommenden Woche wird der Abrissbagger der Firma Dappen das Gasthaus abreißen und Platz schaffen für 24 neue Wohnungen. "Wir werden mit dem Abriss ganz behutsam vorgehen", versichert Eigentümer und Bauherr Ingo Buchmayer im Gespräch mit unserer Redaktion. Schließlich gehörte die Traube bis zu ihrer Schließung im Mai 2015 zu den ältesten Lokalen Deutschlands. Dokumente belegen, dass die Familie Kohlen dort bereits seit 1729 Gastronomie betrieb.

Erst in dieser Woche hat der Künstler und selbst ernannte Denkmalschützer Walter Gerresheim einen alten Grenzstein von der Rückfront des Geländes nach Absprache mit GWB-Geschäftsführer Ingo Buchmayer gesichert. Der Stein wird zunächst beim Steinmetz Küpper zwischengelagert. "Ob es sich dabei um einen historischen Fund handelt, wird sich zeigen", so Buchmayer. Er ist auf jeden Fall sensibilisiert: Auch wenn die Traube weder von der Stadt noch vom Landschaftsverband unter Denkmalschutz gestellt worden war, so ist das Herzstück der Altbebauung doch 630 Jahre alt.

Bevor die Stadt Korschenbroich der GWB Gewerbe- und Wohnungsbau GmbH die Baugenehmigung für das 5,2 Millionen Euro teure Projekt erteilt hat, erfolgte laut Georg Onkelbach im Vorfeld eine gemeinsame Prüfung mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR): "Es gibt keine Anhaltspunkte, dass Bodendenkmäler vorhanden sein könnten. Bei etwaigen Funden während der Arbeiten ist die Untere Denkmalbehörde beziehungsweise der LVR vom Abrissunternehmer oder vom Bauherrn zu unterrichten", skizziert der Technische Beigeordnete die weitere Vorgehensweise. "Beide wurden über die Informationspflicht informiert."

Fest steht: Die Untere Denkmalbehörde der Stadt begleitet die Arbeiten, obwohl bislang lediglich ein Grenzstein gefunden wurde. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des LVR wird ebenfalls vor Ort sein, war gestern aus dem Rathaus zu erfahren.

Auch der Heimatverein Kleinenbroich, der über Jahre hinweg seine Vereinsheimat in der Traube hatte, wird den Gebäudeabriss verfolgen. "Wir haben eigens zwei Mitglieder, unter anderem Werner Ortmann, für diese Aufgabe abgestellt", erklärt Vize-Vorsitzender Rolf Schmier. Ob und welche "Schätzchen" beim Abriss ans Tageslicht kommen könnten, vermag auch Rolf Schmier nicht zusagen. "Wir haben bislang alles fotografiert und werden auch die Folgearbeiten für unser Vereinsarchiv im Bild festhalten." Ob der Heimatverein sich für eine Gedenktafel stark machen wird, soll nach den Ferien im Vorstand geklärt werden.

Quelle: NGZ
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