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Korschenbroich
Der Hoeren-Hof bleibt weiter im Besitz der Familie

Korschenbroich. Das Wohnhaus wird komplett modernisiert. Die Veranstaltungen soll es auch in Zukunft geben. Von Marion Lisken-Pruss

Viel wurde in den letzten Wochen über die Zukunft des Hoeren-Hofs in Raderbroich spekuliert. Doch jetzt stellte Peter Hoeren (67) klar: "Der Hof wird in unserer Familie bleiben. Ich werde ihn weder verkaufen, noch in einen Komplex mit Eigentumswohnungen umwandeln", sagt er.

Der Vierkanthof ist weit über die Ortsgrenzen von Raderbroich hinaus bekannt: als Veranstaltungsort für Mundartabende, Reibekuchenessen oder den Wintermarkt. Und als Zuhause des langjährigen Landrats und Amtsbürgermeisters Matthias Hoeren (1916-1997). Als seine Ehefrau Leni im Mai 2016 im Alter von 93 Jahren starb, blieb die Zukunft des Hofes zunächst ungewiss. Denn aus der Familie wollte niemand in den Fränkischen Vierkanthof ziehen. Doch verkaufen mochte Peter Hoeren ihn auch nicht.

Sechs Monate nach dem Tod seiner Mutter haben sich seine Pläne jetzt konkretisiert. Das Wohnhaus wird komplett modernisiert, während die Scheunen und Ställe erhalten bleiben. Am Ende sollen aus dem Fachwerk-Wohnhaus zwei oder drei Wohnungen entstehen. "Das ist ein großes Vorhaben", sagt er und gibt zu, dass ihm bei dem Gedanken an den Umbau fast ein wenig mulmig wird. Aber eines ist ihm wichtig: Den bäuerlichen Charakter des Hauses mit seinen Kölner Decken und den historischen Fliesen zu erhalten.

Der Hoeren-Hof stammt ursprünglich aus dem Jahre 1752. Die Scheunen wurden 1881 erbaut, worauf die Inschrift in einem Eichenbalken hinweist. Seit mehr als 100 Jahren ist der Hof im Besitz der Familie, die ihn bis 1981 landwirtschaftlich nutzte und Kartoffeln, Rüben sowie Getreide anbaute, während in den Ställen Schweine, Rinder und Kühe standen und draußen ein paar Dutzend Hühner frei herumliefen. Heute ist das bäuerliche Ambiente ein Ort stimmungsvoller Veranstaltungen. "Das soll in Zukunft so bleiben. Auch der Verkauf des Olivenöls geht weiter", bestätigt Peter Hoeren. Dabei setzt er nicht nur auf Altbewährtes.

Der Hobby-Koch und Jazz-Liebhaber hat neue Ideen: Ihm schwebt eine Blues- und Soul-Session an einem lauen Sommerabend vor, und ein kulinarischer Abend mit Panhas und Bratkartoffeln. Nur der Wintermarkt fällt dieses Jahr aus. Die Termine für 2017 stehen noch nicht fest: "Wir müssen uns nach den Planungen des Architekten richten", sagt er und betont: "Den bäuerlichen Charakter des Hofes werde ich nicht verändern. Wenn ich hier vorbeifahre, möchte ich immer sagen können: Das ist mein Zuhause."

Quelle: NGZ
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