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Korschenbroich
Der vierte König ist zurück bei den Hirten

Korschenbroich: Der vierte König ist zurück bei den Hirten
Heißen den vierten König zu Hause willkommen (v.l.): Karl-Heinz Hox, Wolfgang Schmitz, Eugen Könes, Michael Keinath. FOTO: Knappe
Korschenbroich. An der Krippe von Herz-Jesu steht nun wieder der geschnitzte Schützenbruder als vierter König. Nicht neben den vornehmen heiligen drei Königen, sondern etwas bescheidener bei den Hirten am Stall.

Damit ist der vierte König nach einem Gastauftritt in der Ausstellung "Himmelwärts" wieder an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. Von Herrenshoff aus begann vor einigen Jahren seine alljährlich wechselnde Wanderschaft zu den Weihnachtskrippen von Korschenbroich, Pesch und zurück in die heimatliche Pfarre.

In der Messfeier zum Dreikönigstag lud Pfarrvikar Hermann-Josef Schagen die Schützenbrüder zu "einer Entdeckungsreise ein, auf der wir als Bruderschaften uns wie dieser vierte König wiederfinden, wenn wir ihn an unsere Krippe stellen". Den Majestäten aus Pesch, Korschenbroich und Herrenshoff, die gemeinschaftlich einen Platz auswählen sollten, gab er zu bedenken, dass in der Position des kleinen Schützenkönigs im grünen Rock auch eine Aussage läge.

So könnte dieser eher zurückhaltend, "rösig" oder selbstbewusst auftreten. Nun also versieht der Repräsentant des heimischen Brauchtums seine dienende Aufgabe an der Seite der Hirten. Schagen zelebrierte die Eucharistiefeier gemeinsam mit Pfarrer Marc Zimmermann. "Zwei Geistliche zusammen, wo gibt es das heute noch?

Doch wir beide möchten Akzente setzen und euch zeigen, wie wichtig ihr uns seid", sagte Schagen den Vertretern der Bruderschaften. Der Geistliche streute den vertraut anmutenden Ton des hiesigen Platts ein und schlug den thematischen Bogen von den drei Sterndeutern, die in der Volksfrömmigkeit zu drei Königen erhöht wurden.

Über den geschnitzten Schützenkönig an der Krippe werde die Frage reflektiert, was das Weihnachtsfest für die Menschen und insbesondere die Schützenbrüder hier und heute bedeutet. Die Heiligen seien einem Stern gefolgt, der Orientierung gab. Das habe auch Minister Michael Keinath für sich entdeckt und beim Aufbau in diesem Jahr über der Herrenshoffer Krippe einen Sternenhimmel aufleuchten lassen. "Woran orientiere ich mich als Schützenbruder? Sind Glaube, Sitte und Heimat unsere Prinzipien? Kann man auf die Schützenbrüder bauen?", fragte Schagen rhetorisch, um voller Zuversicht auf den Wertekanon der Bruderschaften zu vertrauen.

(anw)
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