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Korschenbroich
Die beste Auszubildende aus NRW kocht im Liedberger Landgasthof

Korschenbroich. Wohl gemerkt: Barbara Hortmanns ist Auszubildende im zweiten Lehrjahr. Und doch ist ihr etwas gelungen, was überhaupt nur sehr wenige Köche in Deutschland in ihrer beruflichen Karriere erleben: Sie ist die vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) offiziell ermittelte beste Koch-Azubine des Landes Nordrhein-Westfalen 2016. In der dritten Runde eines anspruchsvollen Wettbewerbs machte sie das Rennen und landete mit ihrem Vier-Gänge-Menü auf Platz eins.

Im Oktober wird sie auf Bundesebene kochen und sich gegen die Besten der Besten aus den anderen Bundesländern behaupten müssen. "Dass ich soweit komme, hätte ich nie gedacht. Das ist eine große Überraschung für mich", sagt die 21-Jährige, die eine von nur zwei Nachwuchs-Köchinnen in der Landes-Runde war, die ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben. Erst jetzt realisiert sie allmählich, wie erfolgreich sie ist. Aber Barbara Hortmanns gibt zu: "In der letzten Runde wurde es zum Schluss ziem- lich knapp. Ich bin froh, dass wir am Ende eine halbe Stunde mehr Zeit hatten, um das Menü fertigzustellen. Sonst hätte ich es bestimmt nicht geschafft."

Das Menü hatte es auch in sich: Auf der Speisekarte standen anspruchsvolle Gerichte, bei denen viele Menschen wohl gar nicht genau wüssten, worum es sich eigentlich handelt. Zur Vorspeise etwa gab's Stubenküken, Crêperoulade und einen bunten Salat mit einer Vinaigrette, als Mittelgang einen speziell gegarten Zander, Risotto-Lauch-Päckchen und eine Tomatensuppe, als Hauptgang Rehrücken mit Schupfnudeln und als Dessert noch Ziegenfrischkäse-Muzen mit Pfirsich-Cremeeis.

Die Herausforderung: Die Menüs mussten die elf Nachwuchs-Köche innerhalb von nur fünf Stunden aus einer teils vorgegebenen Zutatenliste kreieren. "Das ist das Schwierige. Ich hatte aber alle Gerichte, für die ich mich entschieden habe, schon einmal im Land- gasthaus zubereitet", erzählt Hortmanns, die schon immer gerne gekocht hat. Essen durfte das Menü später nicht etwa die Köchin selbst, sondern Experten aus der Koch-Branche. Die Bewertung hat allerdings eine Fachjury aus anderen Spezialisten übernommen, die die Köche bei ihrer Arbeit ständig beobachtet haben.

Barbara Hortmanns hat sich davon nicht verunsichern lassen. Überhaupt nimmt sie die Sache mit dem Wettbewerb, der die Qualität der Ausbildungen in der Branche feststellen soll, relativ gelassen. Zumindest lässt sie sich nicht unter Druck setzen. "Wenn ich auf Bundesebene nicht gewinnen sollte, dann bricht für mich keine Welt zusammen", sagt die Grevenbroicherin, die sich mit ihrem Ausbilder und Küchenchef Peter Schmitt vom Liedberger Landgasthaus jetzt auf das Finale im Oktober vorbereitet. "Ich bin menschlich und in meiner Rolle als Ausbilder mächtig stolz auf Barbara", betont Schmitt. Jetzt soll sie lernen, ihr Zeitmanagement in der Küche zu verbessern und sich für das Kochen auf Bundesebene eine Art "Zeitpolster" zu schaffen - falls doch mal was schiefgeht.

(cka)
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