| 00.00 Uhr

Korschenbroich
Ein Mundartabend mit Erinnerungen an Christian Türks

Korschenbroich. Obwohl sein Hof in Pesch steht, hatte sich Christian Türks (1916 bis 1998) Kleinenbroich immer sehr verbunden gefühlt. So war es nicht verwunderlich, dass die Kleinenbroicher Heimatfreunde ihren Mundartabend im Alten Bahnhof zu rund 85 Prozent dem Landwirt widmeten, der in Sachen Mundart zu Lebzeiten auf so mancher Bühne gestanden hatte. Vier seiner Kinder, nämlich Hans-Willi Türks, Maria Türks, Lisa Türks und Rita Weber lasen Texte ihres Vaters - und plötzlich ertönte die Stimme des Verstorbenen aus den Lautsprechern eines Tonbandgerätes.

Pejo Stefes führte durch das Programm und war angenehm überrascht: "Es sind gut 100 Besucher hier. Mit einer so großen Resonanz hatten wir nicht gerechnet."

Hans-Willi Türks las die Schmunzelgeschichte von den Tücken des Tapezierens aus der Feder seines Vaters. Das Konterfei des Verstorbenen war mit Klebeband am Rednerpult befestigt worden. Maria Türks ließ ihren Vater erzählen, wie er auf die Welt gekommen ist. "Es war an einem Sonntag, weil die Mutter da erst Zeit hatte für die Geburt", erfuhren die Zuhörer. Anschließend weckte Hubertus Kannen am Keyboard die Lust aufs Schunkeln mit "Es gibt noch Bier auf Hawaii".

War früher wirklich alles besser? Marlene Hösen beleuchtete in ihrem vergnüglichen Vortrag die "gute alte Zeit" - eine Zeit, in der man die Unterhose erst nach 14 Tagen wechselte, in der die Zeitung als Toilettenpapier benutzt wurde, es noch keinen Strom gab und das Schützenfest eine der wenigen Abwechslungen bot, dem lange entgegengefiebert wurde.

Heinz-Erhardt-Fan Hans-Peter Menzen aus Glehn hatte "Die Made" recht frei in Mundart übersetzt und er steuerte Witze wie diesen bei: "Die letzten Worte des U-Boot-Fahrers: Hier müsste mal gelüftet werden." Lisa Türks bedauerte, dass das Platt auszusterben drohe und tatsächlich fehlten die jüngeren Leute im Publikum.

Rita Weber hatte sich einen altmodischen Hut aufgesetzt und schilderte so die Erfahrungen ihres Vaters beim Kirchgang. Rolf Schmier trug ebenfalls Türks-Texte vor. Er versetzte das Publikum in eine Zeit, als es zu Weihnachten für die Kinder neue Klompen und eine Pudelmütze gegeben hatte.

(barni)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Korschenbroich: Ein Mundartabend mit Erinnerungen an Christian Türks


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.