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Korschenbroich
Ein "Piccolöchen" für die Jubilarin

Korschenbroich. Sophie Neumann feiert heute im Kleinenbroicher Haus Tabita ihren 100. Geburtstag.

Es war Liebe auf den ersten Blick, als Sophie Neumann ihren Heinz traf. Die gebürtige Steiermarkerin sah den Kölner Anfang der 1940er Jahre in Traunstein und war sogleich unsterblich verliebt. Ihm war es ebenso ergangen. Nur einen Tag später machte er ihr einen Heiratsantrag, den Sophie ohne Zögern erwiderte. Dem Ehepaar war es vergönnt, eiserne Hochzeit zu feiern, ehe Heinz Neumann starb. Ein Ölbild und Fotos erinnern an ihn. Sie sind Blickfang im Wohnzimmer von Sophie Neumann, die im Haus Tabita seit September 2014 eine kleine Wohnung hat. Hier feiert sie heute ihren Geburtstag: Sie wird stolze 100 Jahre alt.

"Es ist Tradition, dass es zum Geburtstag eine große Runde Kuchen gibt und wir mit den Bewohnern und Schwestern aus dem Bereich feiern. Und am Abend gibt es ihr Lieblingsessen: Lammkottelet", sagt ihr Sohn Wolfgang Neumann. Er wohnt in Neersbroich und freut sich, dass seine Mutter im Haus Tabita liebevoll umsorgt wird. Hierhin hat sie ihre liebsten Möbel aus dem einst großen Haus mitgenommen.

Der Sohn wurde 1942 in der Steiermark geboren. Nach dem Krieg kehrte sein Vater mit der Familie zurück nach Köln. 1965 bis 2002 wohnte das Ehepaar Neumann in Königsdorf bei Frechen. Heinz war Redakteur beim Westdeutschen-Rundfunk in der Abteilung musikalische Unterhaltung. "Im Haus meiner Eltern gingen die Künstler ein und aus. Sie waren mit Paulchen Kuhn, Hugo Strasser und Gerhard Wendland sowie dem Verleger-Ehepaar Gustav und Ursula Lübbe befreundet", erzählt Wolfgang Neumann.

Sophie, die drei Jahre lang in England gelebt und dabei die englische Kultur und Lebensweise schätzen gelernt hat, war Englischlehrerin bis zur Pensionierung 1978. Bis heute erhält sie Grüße von ehemaligen Schülerinnen. Als die Queen beim Deutschlandbesuch 1965 das Britisch Council in Köln aufsuchte, wurde ihr auch die Englischlehrerin Sophie Neumann persönlich vorgestellt. In jüngeren Jahren hat sie gerne fotografiert, später Videofilme gedreht. Weitere Hobbys waren Nähen und Handarbeiten. "Sie liebte Partys, Gesellschaften, ganz besonders die Musik und immer ein Gläschen Sekt", verrät der Sohn. Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: "Das Geheimnis ihres langen Lebens ist ein Piccolöchen jeden Tag."

(anw)
 
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