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Korschenbroich
Eine "echte Gefahr" für Radfahrer

Korschenbroich: Eine "echte Gefahr" für Radfahrer
Weisen auf den schadhaften Radweg an der L 382 zwischen Liedberg und Pesch hin: Christa und Benno Schaaps aus Kleinenbroich. FOTO: lothar berns
Korschenbroich. Zwischen Liedberg und Pesch wuchert der Radweg zu. Auch der Straßenbaulastträger sieht den Sanierungsbedarf. Von Christian Kandzorra

Das, was Radfahrer auf dem Weg zwischen Liedberg und Pesch erwartet, dürften die meisten zumindest als "abenteuerlich" bezeichnen: Der Weg wuchert zu, Wurzeln schlagen alle paar Zentimeter holprige Bodenwellen - und an einigen Stellen platzt der Asphalt zu Schlaglöchern auf. Christa und Benno Schaaps aus Kleinenbroich zählen zu den Radfahrern, die bei ihren Touren regelmäßig auf dieser Strecke unterwegs sind. Sie sprechen von einer "echten Gefahr". "Insbesondere in der Dunkelheit bildet der Radweg eine erhebliche Gefahrenquelle", betont Benno Schaaps, dem der schlechte Zustand des Weges schon vor einiger Zeit aufgefallen ist.

"An dem Weg wird seit Jahren nichts verbessert. Er ist ja nicht erst seit drei Wochen so schadhaft", erzählt der Kleinenbroicher, der sich mit der Sache an die Stadt gewandt hat. Die verweist wiederum an Straßen NRW als Straßenbaulastträger, denn: Der Radweg gehört zu einer Landesstraße.

Was viele Radfahrer freuen dürfte: Die Straßenmeisterei hat den Weg begutachtet und bestätigt den desolaten Zustand. "Der Radweg ist sanierungsbedürftig. Wir werden ihn in unser Bauprogramm aufnehmen", sagt Gregor Hürter von Straßen NRW, der jedoch noch keinen konkreten Starttermin für die Arbeiten nennen kann. "Ich gehe davon aus, dass der Weg Ende nächsten Jahres saniert werden kann", sagt er und begründet dies damit, dass Straßen NRW eine bestimmte Vorlaufzeit brauche, um Geld für die Sanierung zu binden und die Arbeiten entsprechend auszuschreiben. "Dieses Jahr wird sich da nichts mehr tun." Jedoch prüften Fachleute nun, ob am Weg Hinweisschilder "Vorsicht, Schäden auf dem Radweg" aufgestellt werden sollen.

So ist es im vergangenen Jahr auch am Radweg auf dem Abschnitt zwischen der Kreuzung Kleinenbroicher Straße/L 381 und der Einmündung Lichtstraße geschehen, wie Stefan Schramke vom ADFC Korschenbroich berichtet: "Dort gibt es ebenfalls einzelne Schadstellen. Anstatt diese zu beseitigen, wurden Warnschilder aufgestellt." Auch der ADFC-Tourenwart ärgert sich über den desolaten Radweg zwischen Liedberg und Pesch. "Kurze, direkte Wege tragen wesentlich zur Attraktivität des Radfahrens bei. Umwege sind für Radfahrer schlimmer als für Autofahrer. Der Weg an der L 382 ist für Radfahrer der kürzeste Weg zwischen beiden Ortsteilen. Ich bin dort selbst noch vor etwa zwei Wochen das letzte Mal gefahren und habe mich sehr über den desolaten Zustand geärgert", erzählt Stefan Schramke. Er kritisiert das Verhalten von Straßen NRW in Bezug auf die Instandhaltung der Radwege: "Anstatt in die Sanierung maroder Radwege zu investieren, gibt man bei Straßen NRW anscheinend lieber Geld für die Vernichtung von Infrastruktur aus." Damit spielt der Kleinenbroicher auf den Rückbau des Standstreifens an der Bundesstraße 230 an.

Quelle: NGZ
 
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