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Korschenbroich
Eine Kunst-Ausstellung der Gegensätze

Korschenbroich. Marianne Cattelaens zeigt in der Niederrhein-Klinik an der Regentenstraße Aquarelle und Fotografien. Von Rudolf Barnholt

Das eine tun, ohne das andere zu lassen: Marianne Cattelaens arbeitet bei einem Steuerberater. Aber sie hat auch kreative Hobbys. Sie stellt nicht zum ersten Mal in der Niederrhein-Klinik aus. Der Betrachter kann zunächst den Eindruck gewinnen, es handele sich um eine Gruppenausstellung. Aber sowohl die Fotos, als auch die Aquarelle stammen von der 58-Jährigen.

Marianne Cattelaens wuchs in dem kleinen Dorf Huisberden, zwischen Kleve und Kalkar gelegen, auf. Wenn man ihre Bilder betrachtet, glaubt man, diese ländliche Herkunft daraus ableiten zu können. Da ist zum Beispiel das Bild "Versunken": Zu sehen ist ein Schiffswrack bei Emmerich, das nur bei Niedrigwasser zu sehen ist. Viele andere Exponate haben ebenfalls einen engen Bezug zu Landschaften.

Marianne Cattelaens, die mit ihrem Mann seit 1983 in Drölsholz lebt, hatte viele Jahre Malunterricht bei Elfriede Wimmer. Und mit dem Fotoapparat fühlt sie sich fast schon verwachsen. In der Niederrhein-Klinik sind jetzt 18 Aquarelle und 19 Fotografien zu sehen. Dieses Zahlenverhältnis macht deutlich, dass der 58-Jährigen beide künstlerischen Ausdrucksformen gleich wichtig sind. Die Fotos, die sie zeigt, sind oft erst zu entschlüsseln, wenn man den Titel gelesen hat. Die Rinde einer Platane kann der Betrachter möglicherweise noch erkennen, schwieriger wird es mit der Bonbonmasse oder mit dem einzigen Foto, das die Drölsholzerin "gestellt" hat, indem sie transparente Glasmurmeln auf ihre bordeauxrote Couch gelegt hat. Immer wieder wird die Liebe zum Charme des Morbiden erkennbar, sei es bei dem alten Bauwagen, an dem der Zahn der Zeit unübersehbar nagt, den antiken Türklopfern, den alten Fahrradklingeln oder dem altehrwürdigen "Gesicht" des Oldtimers. Beim Fotografieren achtet Cattelaens stets auf das "Reinheitsgebot": Sie verändert ihre Fotos nicht am Computer.

Ihre Ausstellung trägt nicht ohne Grund den Titel "Immer auf der Suche - Ausstellung der Gegensätze": Da ist zum einen der Gegensatz zwischen Malerei und Fotografie, aber auch innerhalb dieser beiden Genres deckt sie eine große Bandbreite künstlerischen Schaffens ab. Die meisten Aquarelle sind zart, sie spiegeln Landschaften wieder, aber auch Gesichter. Die Ausstellung in der Reha-Klinik an der Regentenstraße 22 ist bis zum 9. Februar täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die 58-Jährige ist dort am Sonntag von 14 bis 15 Uhr anzutreffen.

Quelle: NGZ
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