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Korschenbroich
Erftverband korrigiert Grundwasser-Prognose

Korschenbroich. Aufs Korschenbroicher Stadtgebiet verteilt werden jetzt weitere 100 Häuser ins betroffene Gebiet mit einbezogen.

Der Erftverband hat seine Prognose bezüglich der Grundwasser-Betroffenheit im Korschenbroicher Stadtgebiet verändert. Grundlage hierfür sind neue Datenquellen - Brunnen, die bislang nicht bekannt waren und die jetzt zum ersten Mal mit in die Bewertung einbezogen wurden. Holger Diez und Stefan Simon vom Erftverband berichteten im Umweltausschuss, dass unterm Strich 100 weitere Häuser betroffen sind.

Diez ging ins Detail: "In Herrenshoff kommen 25 Häuser hinzu, in Neersbroich 24, in Raderbroich eines. In Korschenbroich-Mitte kommen zehn Häuser hinzu, in Pesch sind jetzt drei Häuser mehr betroffen, in Steinhausen 17 und in Glehn 24." In Kleinenbroich ging die Zahl der vom ansteigenden Grundwasser betroffenen Häuser um drei zurück, in Steinfort-Rubbelrath um ein Haus.

Zum Verständnis: Eine Immobilie gilt als betroffen, wenn das Grundwasser bis 50 Zentimeter an die Unterkante der Kellerdecke herankommt. "Wie wir mit diesen Zahlen umgehen, wissen wir noch nicht, wir werden die Vorgehensweise mit dem Bürgermeister Marc Venten abstimmen", erklärte Dezernent Georg Onkelbach gegenüber unserer Redaktion.

Holger Diez hatte zuvor berichtet, dass die Pumpen in Herrenshoff im zurückliegenden Winter an insgesamt 59 Tagen eingeschaltet gewesen waren. Der Wasserspiegel des Baggersees konnte so um mehr als 50 Zentimeter abgesenkt werden. In Kleinenbroich habe man auf das Einschalten der Pumpen verzichten können. Die Pumpe im Norden Kleinenbroichs hätte fast eingeschaltet werden müssen, der Grundwasserstand war nur sechs Zentimeter von der Marke entfernt, wo die Pumpe in Gang gesetzt wird, und im Süden nur drei Zentimeter.

Die "Aktive" hatte beantragt, schon bei um 20 Zentimeter niedrigeren Grundwasserständen Wasser abzupumpen. Diez erklärte, dass dies nicht ohne Weiteres möglich sei. "Wir machen das, was wasserwirtschaftlich möglich ist und die Wasserwerke nicht gefährdet." Martina Meeuvissen vom Kreisumweltamt erinnerte im Fachausschuss daran, dass die Versuche mit dem Düsensauginfiltrationsverfahren am Sonntag beendet werden: "Im Sommer sollen die Ergebnisse vorgestellt werden." Es geht im Kern darum, das Grundwasser entnommen und in größerer Tiefe wieder eingeleitet wird, mit dem Effekt, dass eine Absenkung des Grundwasserpegels erreicht werden kann.

Stefan Simon ging zudem auf Wetterprognosen ein. In Bezug auf den Grundwasserspiegel erklärte er: "Der Effekt der zunehmenden Regenmenge soll durch die größere Verdunstungsleistung bedingt durch die zunehmenden Temperaturen überkompensiert werden."

(barni)
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