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Korschenbroich
Erich Danners reitet ein letztes Mal voraus

Korschenbroich: Erich Danners reitet ein letztes Mal voraus
Vater und Sohn im Partnerlook: General Erich Danners (r.) verabschiedet sich. Sein Sohn Stefan - bisher Adjutant - steht schon in den Startlöchern. FOTO: cka
Korschenbroich. Beim Schützenfest im Juni endet für die Kleinenbroicher eine Ära: Der 82 Jahre alte Erich Danners verabschiedet sich aus der Generalriege der Bruderschaft - nach 62 Jahren. Er blickt mit Freude zurück. Sein Sohn Stefan könnte aufrücken. Von Christian Kandzorra

Erst war er Adjutant des Grenadiermajors, dann war er Schützenoberst - und schließlich schaffte es Erich Danners 2002 als General an die Spitze der Kleinenbroicher Schützen: Der 82-Jährige zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Schützenwesens in Kleinenbroich. Er genießt es bis heute, vorauszureiten und das Regiment zu führen. "Ich werde es vermissen. Der Abschied fällt mir nicht leicht", sagt der Bruderschaftler, der sich beim Schützenfest im Juni aus der Generalriege verabschieden möchte. Erich Danners will sich aus Altersgründen aus der Generalität zurückziehen und jüngeren Bruderschaftlern Platz machen - allen voran seinem Sohn Stefan, der ihn seit 1993 als Adjutant begleitet. "Ich stelle mich für das Amt des Generals zur Verfügung", sagt der 49-Jährige, der sich genauso in das Schützenwesen "hineingeboren" fühlt wie sein Vater: Beiden ist es daran gelegen, das Brauchtum in ihrer Heimat zu pflegen; außerdem teilen sie die Leidenschaft für die Pferde.

Eigentlich hatte Erich Danners bereits nach 60 - und nicht wie jetzt nach 62 Jahren - Schluss machen wollen. Doch die Suche nach einem Nachfolger für das Adjutanten-Amt, das es neu zu besetzen gilt, wenn der Vorstand seinen Sohn Stefan tatsächlich zum General beruft, habe sich schwierig gestaltet. Inzwischen steht fest: Arno Kuenen reitet als Adjutant mit. Ein weiterer Grund für den Abschied nach 62 Jahren: Seine Tochter Nicola regiert in diesem Jahr die Schützen der St.-Sebastianus-Bruderschaft gemeinsam mit König Volker Schäfer. "Das ist für mich persönlich ein Höhepunkt in der ganzen Zeit", sagt Erich Danners. Bereits 1997 hatte sein Sohn Stefan mit seiner Frau Ulrike regiert.

Erich Danners' Leidenschaft gilt nach wie vor den Pferden. FOTO: danners

Als Erich Danners Mitte der 1950er Jahre Adjutant wurde, hatte er nicht damit gerechnet, das Amt so lange auszuüben. "Das war noch eine andere Zeit. Das Schützenfest war damals eine ernste Veranstaltung, inzwischen hat es sich deutlich gelockert", berichtet der 82-Jährige, der sich noch gut an die Krönungen im Saal erinnert - und an einen Schreckensmoment: "An einem Festsamstag Ende der 50er Jahre ritt ich bei Regen im Galopp voraus, als das Pferd plötzlich auf dem nassen Asphalt ausrutschte." Erich Danners konnte sich festhalten und einen Sturz vom Pferd abwenden. "Ich bin dann quasi mit dem Tier wieder aufgestanden." Es sollte bei diesem einen Zwischenfall bleiben - in all den anderen Jahren habe es laut Danners keine Unfälle gegeben. Was ihm besonders positiv in Erinnerung bleiben wird? "Ich werde wohl nie vergessen, wie mich die Schützen am Festsonntag morgens abgeholt haben. Das ist noch immer Tradition. Einfach schön."

Danners Leidenschaft gilt nach wie vor den Tieren, wenn die Familie seit einigen Jahren auch keine eigenen Pferde mehr auf ihrem Hof hält. "Ich bin sehr häufig auf Reiterturnieren in der Region vertreten. Andere interessieren sich eher für Fußball. Bei mir sind es die Pferde", erzählt der ehemalige Landwirt. Locker scherzt er: "Dass ich mich heute noch so fit fühle, liegt wohl an der Arbeit."

Quelle: NGZ
 
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