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Korschenbroich
Facebook: Stadt findet Kompromiss

Korschenbroich: Facebook: Stadt findet Kompromiss
FOTO: Xurzon
Korschenbroich. Erst wurde eine Facebook-Seite für Korschenbroich im Stadtrat abgelehnt, jetzt gibt es eine Zwischenlösung. Das Kulturamt bekommt eine Facebook-Seite und soll für ein halbes Jahr Erfahrungen sammeln. Von Silvana Brangenberg

Es ist nur ein Teilerfolg für die FDP-Fraktionsvorsitzende Hanne Wolf-Kluthausen: Das Kulturamt der Stadt Korschenbroich wird eine Facebook-Seite bekommen. Die Mitarbeiter haben sich angeboten, den neuen Kommunikationskanal regelmäßig mit Inhalten zu füllen. Das ist aber nicht das, was die FDP-Chefin will. Sie hatte dem Hauptausschuss nähere Erläuterungen und Organisationsvorschläge zu einem Facebook-Auftritt an die Hand geben und um einen Probetrieb von sechs Monaten gebeten. Der Bürgermeister blieb hartnäckig und argumentierte erneut mit fehlendem Personal.

Am Beispiel der Stadt Meerbusch zeigte Wolf-Kluthausen auf, wie viel Mehraufwand eine solche Facebook-Seite bedeuten könnte: 2015 gab es 148 Einträge, die zum größten Teil auf Pressemitteilungen der Stadtverwaltung verweisen. Je nach Anlass sind diese mit zusätzlichen redaktionellen Beiträgen versehen worden. Veranstaltungshinweise mit Plakaten fanden ergänzend Platz. Bei 32 von diesen 148 Beiträgen nutzten die User die Kommentarfunktion. Zu einem Kommentar gab es eine klärende Stellungnahme der Meerbuscher Stadtverwaltung. "Unterstellt man einen großzügigen Zeitaufwand von zehn Minuten zur Verlinkung der Pressemitteilungen, so ergibt sich daraus ein Zeitbedarf von 1500 Minuten per anno", erklärt Wolf-Kluthausen. Den Zeitaufwand zur Überprüfung der Kommentare berechnete sie mit maximal fünf Minuten pro Eintrag. "Dies sind weitere 750 Minuten per anno, so dass sich der kalkulierte Zeitbedarf auf 2250 Minuten pro Jahr beläuft", betonte die FDP-Chefin. Auf eine Mitarbeiterkapazität (MAK) umgerechnet ergebe das einen Personalbedarf von etwa 0,03. "Auch wir möchten selbstverständlich keine Personalaufstockung wegen eines weiteren Kommunikationskanals", betonte Hanne Wolf-Kluthausen. Das sei von Anfang an nicht ihre Intension gewesen. Wohl aber, dass die Stadt die Möglichkeit nutzen soll, via Facebook "ihr sympathisches, bürgerfreundliches und innovatives Erscheinungsbild zu unterstreichen".

Für Bürgermeister Venten reichten die Ergebnisse nicht aus, um sich umstimmen zu lassen: "Um als Behörde eine Facebook-Seite vernünftig begleiten zu können, braucht es mehr als zehn Minuten. Vor allem, was die Kommentare betrifft. Das können wir derzeit mit einer Person weniger in der Pressestelle nicht leisten. Nun sollen es die Mitarbeiter des Kulturamts richten. Die Politiker stimmten geschlossen dafür, ein halbes Jahr Erfahrungen zu sammeln. "Wenn die Pressestelle wieder besetzt ist, prüfen wir, ob die Erweiterung um eine eigene Facebook-Seite für die Stadt sinnvoll ist", betonte Venten. Die FDP-Chefin kommentierte die Entscheidung so: "Ich bin froh um den Einstieg."

Quelle: NGZ
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