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Korschenbroich
Fachwerkkulisse für Weihnachtsmarkt

Korschenbroich: Fachwerkkulisse für Weihnachtsmarkt
Für zwei Tage verwandelte sich das historische Liedberg wieder in ein kleines Weihnachtsdorf: Der traditionelle Markt mit mehr als 50 Buden, vom Heimatverein Liedberg organisierte, lockte wieder Tausende Besucher an. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Dem Liedberger Weihnachtsdorf mangelt es nicht an Flair - kein Wunder also, dass er so beliebt ist. Die 24. Auflage machte da keine Ausnahme. Der Heimatverein lockte mit dem zweitägigen Markt wieder Tausende Besucher an. Von Rudolf Barnholt

Das kleine Karussell drehte sich wieder - übrigens wie beim allerersten Markt vor 23 Jahren, wo es allerdings nur einige wenige Buden gab. Und die Kinder lauschten Andreas List, der im mittelalterlichen Gaukler-Gewand als Petronius Paternoster die Geschichte von der Hexe und dem letzten Weihnachtsbaum erzählte. Es gab überall Aufwärminseln: In der Kapelle erlebten Besucher besinnliche Minuten, der Sandbauernhof wurde zum Café, in dem man nicht immer gleich einen freien Platz fand. Und es gab kleine äußere Galaxien, die ebenfalls viele Besucher anzogen.

Bei Willi Onkelbach stand die Haustür weit offen, Kathrin Onkelbach und Martina Frehn hielten Glühwein Kinderpunsch und selbst gemachte Plätzchen bereit. Rund 70 Meter entfernt, auf der anderen Seite der Schlossstraße, bot Angelika Erkes Mispelkronen und selbst gemachte Liköre an und gewährten ebenfalls Einblick in ein altes Fachwerkhaus. Der Grevenbroicher Künstler Jörg Schröder hatte in sein kleines Atelier geladen.

Das "Epizentrum" des Weihnachtsmarktes sind aber der Sandbauernhof und der Schulhof. Martha (6) gehörte zu den Mädchen, die im Engelskostüm für die Aktion "Lichtblicke" sammelte. Auch der Nikolaus ließ sich blicken, kam mit den Kindern ins Gespräch. Hinter dem angenehm wärmenden Kostüm steckte Peter Thoene. Zum ersten Mal konnten Kinder einen Brief direkt ans Christkind in Engelskirchen aufgeben: Vor der kleinen Poststation standen zwei prall gefüllte Postsäcke. Gabriele Triesch hatte zwei Stempel: Einen vom Christkind in Engelskirchen und einen zweiten von den Classic Days - sie war mit der Resonanz sehr zufrieden.

Bei Johann Teichmann vom Heimatverein lief das Geschäft mit heimatkundlichen Schriften dagegen eher schleppend. "Die Leute haben schon alles", klagte er.

Der Weihnachtsmarkt in Liedberg, eingebettet in schöne alte Fachwerkhäuser, ist nur zum Teil kommerziell. Dafür sorgten Stände wie der vom Förderverein der Liedberger Grundschule: Lydia Funken-Salmen und Tochter Margareta (9) gehörten zu denen, die unter anderem Konfitüren verkauften. Am Stand von Karin Bleckmann funkelte es. "Besonders gut gehen Schmuckstücke unter 50 Euro", erklärte sie. Horst Baumgart, Vorsitzender des ausrichtenden Heimatvereins, zeigte sich zufrieden: "Der Markt ist sehr gut besucht, wir haben fast 50 Buden hier, darunter wieder einen Krippenbauer." Und rückblickend stellte er fest: "Wir haben im Vorjahr nicht nur in Steine investiert, sondern auch in Menschen, Geld für soziale Zwecke ausgegeben. Jetzt unterstützen wir die Aktion ,Lichtblicke'."

Der Erlös dieses Weihnachtsmarktes - auch das ist längst Tradition - kommt wieder den Menschen und den Denkmälern in Liedberg zugute. Mit diesem Wissen im Hinterkopf schmeckte der Glühwein doppelt gut.

Quelle: NGZ
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