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Serie Bauernhöfe in Korschenbroich
Familienbande zwischen Rind und Bulle

Serie Bauernhöfe in Korschenbroich: Familienbande zwischen Rind und Bulle
Wie der Vater, so der Sohn - zumindest fast. Sohn Peter Waden (l.) hat sich auf die Rindermast spezialisiert, Vater Heinz-Peter züchtet Bullen. Die Betriebe sind klar getrennt. FOTO: ilgner
Herrenshoff. Der Herrenshoffer Landwirt Heinz-Peter Waden ist auf Bullenmast spezialisiert, sein Sohn Peter auf Rindermast. Beide arbeiten zusammen in klar getrennten Betrieben. Auch Frau Renate und Bruder Reiner helfen auf dem Hof. Von Angela Wilms-Adrians

 Auf Heinz-Peter Wadens Hof in Herrenshoff stehen etwa 350 Bullen - jedes Tier ein Kraftpaket, das offensichtlich am liebsten an der Futterstelle steht und es sich schmecken lässt. Der eine oder andere Bulle schielt vielleicht auf das, was sein Nachbar frisst, doch Gerangel ums Futter gibt es nicht. Es ist genug da.

"Mästen lässt sich nur, wer sich wohlfühlt, und die Tageszunahme stimmt nur, wenn das Futter hochwertig ist", betont Landwirt Heinz-Peter Waden. Bei ihm standen die Tiere immer schon auf Stroh, weil es für sie angenehmer ist. Beim Ackerbau produziert er das Futter im Wesentlichen selbst. Von einem Berufskollegen kauft er Mais dazu, von Bolten bezieht er den eiweiß- und energiereichen Biertreber. Kraftfutter macht weniger als zwei Prozent an der Futtermischung aus. Der Bauer kauft "Fresser", wenn diese ein Gewicht von 300 bis 350 Kilogramm haben, unter anderem aus Luxemburg und Brandenburg. Im Schnitt hat ein Bulle eine Tageszunahme von 1,5 bis 1,6 Kilogramm. In den letzten drei Monaten vor der Schlachtung steigt diese auf etwa 2,5 Kilogramm.

Vor etwa zwei Jahren übergab Waden die Hälfte des Betriebes an den 26-jährigen Sohn Peter, der sich auf weibliche Rinder spezialisiert hat. Die Trennung erleichtert die Steuererklärung, da der Senior die Bestellungen für beide Parteien aufgibt und Vater und Sohn praktisch zusammenarbeiten. "Als ich so alt war, wie mein Sohn jetzt ist, habe ich auch schon den Betrieb geführt. Es ist schon anders, wenn man die Verantwortung trägt", begründet der 54-jährige die Entscheidung. Dessen Vater hatte zunächst einen Pachtbetrieb in Kleinenbroich, dann den Hof am Neersener Weg erworben und diesen 1985 an Heinz-Peter verpachtet. Waden hatte ursprünglich zwei Standbeine: etwa 60 Sauen und ebenso viele Rinder. Die Entwicklung hin zu großen Gruppen in der Ferkelhaltung bewog den Landwirt allerdings, nur noch auf Rinder zu setzen und deren Bestand zu erhöhen. Dann aber war BSE, im Volksmund Rinderwahn, ein großes Thema. "Der Skandal hat die Landwirte Millionen gekostet, und stellte sich nachher als Luftnummer heraus", ereifert er sich. Ärgern kann sich Waden auch über den ständig wachsenden bürokratischen Aufwand, obwohl von offizieller Seite immer wieder Erleichterung versprochen wird. "Wir haben einen Familienbetrieb mit drei Angestellten. Meine Frau ist bei der Außenwirtschaft mit drin, und mein Bruder Reiner ist bei mir angestellt", berichtet Waden. Gattin Renate ist in seinen Augen "der gute Geist der Tiere" mit einem ausgeprägten Gespür für deren Wohlergehen. Wenn sie mit dem Radlader das Futter verteilt, sieht sie von erhöhter Position gut, ob ein Tier nicht fressen will. Vater und Sohn kennen die Vorwürfe, dass zu viele Antibiotika eingesetzt würden. Hierzu stellen sie klar: "Wir spritzen nur, wenn uns der Tierarzt sagt, dass ein Tier krank ist. Wenn Antibiotika nötig sind, werden sie nur einzeln verabreicht."

Quelle: NGZ
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