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Korschenbroich
Flüchtlingshilfe: Stadt hofft auf 3,5 Millionen Euro

Korschenbroich: Flüchtlingshilfe: Stadt hofft auf 3,5 Millionen Euro
Viele Ehrenamtler sind stadtweit in der Flüchtlingsbetreuung im Einsatz - wie hier im Vereinsheim der Sportfreunde Neersbroich: Sabine Beckmann (2.v.r.) ist eine von den vielen Helferinnen. Sie unterrichtet Deutsch. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Jede Woche kommen neue Flüchtlinge, für Montag rechnet die Verwaltung mit 15 Personen. Neue Unterkünfte werden gebaut oder angemietet. Von Ruth Wiedner

Das Flüchtlingsthema hat seit Monaten im Korschenbroicher Rathaus Priorität. Und so nahm es auch gestern bei der Jahresabschluss-Pressekonferenz breiten Raum ein. "Wir sind immer wieder überwältigt von der Unterstützung der Bürger", stellte der Erste Beigeordnete Thomas Dückers als Flüchtlingsbeauftragter anerkennend fest. Ihm war es wichtig - auch stellvertretend für Bürgermeister Marc Venten und dem Beigeordneten Georg Onkelbach - "Danke" zu sagen. "Ohne diese anhaltende Unterstützung könnten wir diesen Kraftakt als kleine Verwaltung nicht stemmen."

Und dass es sich um einen gewaltigen Kraftakt handelt, machen die Zahlen einmal mehr deutlich. Im Januar lautete die vorsichtige Prognose in der Rathaus-Chefetage noch "300 Flüchtlinge bis Jahresende". Mit Stand von gestern finden auf das Stadtgebiet verteilt 707 Asylsuchende eine Bleibe. Am Montag werden weitere Flüchtlinge erwartet. So dass die Zahl nochmals steigt. "Wir liegen bis zum Jahresende bei knapp 730", stellte Dückers fest.

Obschon sich die Aufgaben als schwierig und kräftezehrend gestalten, hat sich die Verwaltungsspitze völlig unaufgeregt Punkt für Punkt vorgenommen. Erst gestern wurde für ein Wohnhaus in Glehn ein Mietvertrag geschlossen. Eine Lagerhalle im Industriegebiet Glehn-Ost wurde von der Stadt erst kürzlich angemietet. Die Sozialräume sind schon hergerichtet. Jetzt gilt es zeitnah die Hallenflächen in kleine Wohneinheiten umzugestalten. Dort soll Raum für rund 50 Personen geschaffen werden. "Wir haben die Halle zunächst für fünf Jahre angemietet, mit der Option der Verlängerung", sagte Georg Onkelbach. Und seine Bitte war dann auch deutlich: "Wir brauchen einfach jeden frei verfügbaren Wohnraum." Ventens Begründung dazu ist einleuchtend: "Wir wollen vorbereitet sein. Wir wissen schließlich nicht, was 2016 an Flüchtlingen auf uns zukommt." Eines wurde klar verneint: "Eine Unterbringung in Zelten soll es in der Stadt Korschenbroich nicht geben." Deshalb wird auch weiter gebaut: Die Container-Unterkünfte in Pesch und Kleinenbroich sollen jeweils Platz für 48 Personen schaffen. In Pesch (Weißer Weg) ist das Fundament bereits gegossen, der Baukran ist schon aufgestellt. Er soll in der ersten Januar-Woche bei der Endmontage der Fertigeelemente helfen. "Die Unterkünfte sollen Mitte Januar bezugsfertig sein", hofft Dückers. Ab Februar wird an der Schiefbahner Straße eine weitere Notunterkunft errichtet.

Aber auch an später wird in Korschenbroich gedacht. Ein Konzept ist in Arbeit. "Im Holzkamp sollen 18 bis 36 Sozialwohnungen für Flüchtlinge gebaut werden." Dieses Vorhaben wird vom Land gefördert. Zunächst ist die Verwaltungsspitze aber erst einmal froh, dass das Land NRW rund 3,5 Millionen Euro an Flüchtlingsunterstützung für das Jahr 2016 in Aussicht gestellt hat.

Quelle: NGZ
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