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Korschenbroich
Foto-Tour durchs historische Glehn

Korschenbroich: Foto-Tour durchs historische Glehn
Heimatfreunde-Vorsitzender Joachim Schröder (l.) und Heinz Weckopp, der die Bilder für die Ausstellung eingescannt hat, zeigen einige der ab Sonntag zu sehenden historischen Aufnahmen von Glehn und seinen Bewohnern. FOTO: NGZ-Foto. L. Berns
Korschenbroich. Zu einer interessanten Reise laden die Heimatfreunde Glehn am Sonntag ein. Dann eröffnet die Ausstellung "100 Jahre Glehn - eine historische Foto-Tour durch die Jahre 1870 bis 1970" mit 400 Aufnahmen aus dem Museumsarchiv. Von Carsten Sommerfeld

Alteingesessene Glehner werden in Erinnerungen schwelgen, Neubürger erstaunt sein, wie Glehn vor 60 Jahren oder einem Jahrhundert ausgesehen hat. "100 Jahre Glehn - eine historische Foto-Tour durch die Jahre 1870 bis 1970" lautet der Name der Ausstellung, die die Heimatfreunde Glehn jetzt im Heimatmuseum im Alten Rathaus zeigen. Erstmals ist sie am kommenden Sonntag, 26. Juni, von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Das Heimatfreunde-Team um Vorsitzenden Joachim Schröder und Museumsleiter Robert Jordan hat für die Foto-Schau tief in die Bestände des Archivs gegriffen. Vereinsmitglied Heinz Weckopp (75) hat in zahlreichen Stunden Arbeit mittlerweile rund 800 historische Schwarz-weiß-Aufnahmen eingescannt, viele weitere warten noch. Ein großer Teil des Bestandes stammt, wie Joachim Schröder erläutert, vom Korschenbroicher Artur Frenzen, der etliches Motive im Stadtgebiet selbst mit der Kamera festgehalten, aber auch alte Aufnahmen bearbeitet und gesichert hat. Ein Satz der Abzüge ging nach Glehn. "Zu der Ausstellung im Museum angeregt haben uns Glehner Neubürger, die sich für die Geschichte ihrer neuen Heimat interessieren, und erklärten: ,Ihr habt so viele alte Aufnahmen, zeigt sie mal'", sagt der Vorsitzende.

Das Ergebnis auf mehreren Stellwänden lädt ein zu einer Zeitreise ins alte Glehn. Bemerkenswert etwa das Bild mit zwei jungen Frauen mit Milchkanne vor einem Pferdefuhrwerk von "Molkereiprodukte Josef Wolff". Etliche Aufnahmen halten Momente aus dem bäuerlichen Leben jener Jahre fest, als Pferd und Traktor noch nebeneinander bei der Arbeit halfen. Ein Bild zeigt sogar ein Lokomobil, das Dampflok-artige Ungetüm treibt eine Dreschmaschine an. Schwere Zeiten und Erfreuliches sind auf den Bildern gleich nebeneinander zusehen - das beim Bombenangriff 1943 zerstörte Rathaus ebenso wie der Neubau aus den 50er Jahren.

Oder eine der Kirchenglocken, die im Zweiten Weltkrieg abtransportiert worden waren und die der frühere Pfarrer Heinrich Leenders nach dem Krieg aus Hamburg nach Glehn zurückholen konnte. Ein Bild des Pfarrers fehlt ebenso wenig wie mehrere von der "Lüchbank" an der Bachstraße. Dort trafen sich Bewohner zum Erzählen, und nicht alles habe so ganz gestimmt, erklärt Schröder zum Namen der Bank. Gefeiert wurde früher natürlich auch. Das Königspaar Heinrich und Hilde Haas ist auf einer Schützenfest-Aufnahme vor dem Krieg noch mit der alten Königskette zu sehen, Johann Schneider trägt dann bereits das neue Regentensilber.

Am Sonntag steht in den Museumsräumen aber noch ein anderes Thema an: die Preisverleihung für die Ausschreibung "Finde einen Namen für die älteste Glehnerin". Die Sieger erhalten Preise. Zugleich wird der beim Wettbewerb gesuchte Name für die in der Eisenzeit lebende Frau verkündet.

Vor 18 Jahren fanden sich bei Bauarbeiten Teile der Graburne, in der die älteste bekannte Glehnerin bestattet worden war. Die Scherben und eine Replik der Graburne sind nun als Dauerleihgabe im Museum ausgestellt.

Quelle: NGZ
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