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Korschenbroich
Frau klagt nach Sturz im Dampfbad

Korschenbroich: Frau klagt nach Sturz im Dampfbad
Die Asia-Therme in Kleinenbroich muss sich vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: zu viel Dampf im Dampfbad. FOTO: Wiedner-Runo
Korschenbroich. Die Kleinenbroicher Asia-Therme soll einer Frau 5000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Klägerin fehlte im Dampfbad der Durchblick: Sie war gestürzt und hatte sich dabei verletzt.  Von Wulf Kannegießer und Ruth Wiedner-Runo

Ein kurioser Prozess wird aktuell am Landgericht Düsseldorf verhandelt: Eine Frau klagt nach einem Sturz im Wellness-Bad. Sie war in einer Dampf-Sauna in Kleinenbroich hingefallen. Dabei hatte sie sich zwei Brustwirbel angebrochen, eine Schulter geprellt und war über Wochen arbeitsunfähig. Der Streitwert liegt laut Gerichtssprecherin Elisabeth Stöve bei 10.887 Euro. Die Klägerin will jetzt 5000 Euro Schmerzensgeld von dem Betreiber. Ihre Klage gegen das Unternehmen habe kaum Erfolgsaussichten, ließ der Richter am ersten Prozesstermin durchblicken. Eine Entscheidung wird am 17. Oktober erwartet.

Sie habe ihren allerersten Besuch in besagter Dampfsauna "sehr genossen", gab die Klägerin in der Verhandlung zu. Und sie habe sogar eigenhändig dafür gesorgt, dass in der Sauna an ihrem Unfalltag kaum noch ein Durchblick möglich war. Sie habe nämlich - da sie in der Dampfsauna allein gewesen sei - einen Wasserschlauch zum Abspritzen des Interieurs ausgiebig benutzt, habe dadurch besonders dichte Dampfschwaden produziert. So dicht, dass für die 49-Jährige "die Hand vor Augen nicht mehr zu sehen war". Und just in dem dichten Dunst habe sie sich zum Ausgang vortasten wollen, dabei aber zwei abwärts führende Stufen übersehen. Sie sei nach einem Luftschritt mit Schulter und Rücken auf der Mini-Treppe gelandet. Für die Folgen des Sturzes und ihren Arbeitsausfall als Pädagogin müsse nun die Asia-Therme aufkommen, findet die Klägerin. Immerhin habe es in der Dampf-Sauna keinen Handlauf gegeben, an dem sie sich hätte entlanghangeln können. Und ob die verhängnisvolle Doppelstufe beleuchtet war, könne sie nicht mehr sagen. Daran gab es nach dem Vortrag der Therme aber aus Sicht des Richters keinerlei Zweifel. Demnach sind und waren die Stufen schon damals durch Mini-Scheinwerfer beleuchtet. Es gibt auch eine entsprechende Kennzeichnung. Als "Problem" der Klägerin bezeichnete der Richter deshalb, "dass sie den Dampf selbst gemacht hat", der nach wenigen Schritten zu ihrem Sturz geführt hatte: "Da muss man dann aber eben auch entsprechend vorsichtig sein." Dass die Asia-Therme gegen Sicherungspflichten verstoßen haben könnte, war für den Richter nicht ersichtlich. Also muss die 49-Jährige, die nach ihrem Sturz sechs Monate lang ein Stützkorsett zur Ausheilung ihrer Verletzungen tragen musste, beim Urteilstermin wohl mit einer Niederlage rechnen.

"Ein Dampfbad ohne Dampf ist kein Dampfbad", erklärte Dirk Lorenzen, Geschäftsführer der Asia-Therme Wellness Spa GmbH, gestern auf Anfrage. Und zur Klage selbst merkte der Unternehmer weiter an: "Ich bin sprachlos. Das gilt auch für meine Mitarbeiter." Lorenzen, der seit 35 Jahren die Anlage im Holzkamp betreibt und mit Aushilfen knapp 70 Mitarbeiter beschäftigt, hat den Vorfall direkt an seine Haftpflichtversicherung weitergegeben. Für Lorenzen sind die Vorwürfe nicht haltbar: "Wenn wir einen Fehler gemacht haben, dann stehen wir auch dazu. Aber hier haben wir keinen Fehler gemacht." Das sieht auch seine Haftpflichtversicherung ähnlich, die jetzt auf den Entscheidungstermin wartet.

Quelle: NGZ
 
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