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Korschenbroich
Fußgänger verschwinden im Nichts

Korschenbroich: Fußgänger verschwinden im Nichts
Sie sind da, aber für den Fahrer nicht sichtbar. Im toten Winkel des Feuerwehr-LKW verschwindet schnell mal eine komplette Schulklasse. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Schüler der fünften Klasse lernten, wie gefährlich der tote Winkel sein kann. Von Dominik Lauter

Für die anderen Schüler und Lehrer des Gymnasiums Korschenbroichs muss es ein merkwürdiges Bild gewesen sein, dass sich ihnen auf dem Schulgelände bot. Ein Feuerwehrwagen stand mitten auf dem Hof, daneben eine dreieckige, orangefarbene Plane auf der sich die eine Hälfte der fünften Klasse positionierte. Die andere Hälfte stand bei Jürgen Kreuels, Verkehrsicherheitsberater der Stadt Korschenbroich, und durfte abwechselnd auf dem Fahrersitz des Feuerwehrwagens Platz nehmen und in den Spiegel schauen. Und wie sie sahen, sahen sie nichts. Denn die rund 15 Mitschüler waren alle im toten Winkel verschwunden.

Grund für dieses Bild war die bundesweite Aktion "Toter Winkel", die in den letzten Wochen an vielen weiterführenden Schulen im Kreis stattfand. In diesem Jahr beteiligte sich erstmals die Freiwillige Feuerwehr an der Aktion und unterstützt die Verkehrssicherheitsberater Petra Moll und Jürgen Kreuels mit einem Feuerwehr-LKW samt Fahrer. Aber was hier in lockerer Atmosphäre demonstriert wurde, hat einen ernsten Hintergrund. Denn bei vier von sechs tödlichen Unfällen mit Kindern sind rechtsabbiegende LKW die Ursache. Kreuels erklärt die Ziele der Aktion: "Die Kinder sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie gefährlich der tote Winkel sein kann. Außerdem zeigen wir ihnen Verhaltensmuster, um überhaupt gar nicht erst in eine solche Situation zu geraten." Bevor es zum praktischen Teil auf den Schulhof ging, wurde zuerst an der Tafel die Theorie besprochen. Mit Kreide wurden Straßen und Radwege aufgemalt und kleine Modellautos und Lkw angeheftet und so mögliche Szenarien durchgespielt. Eines dieser Szenarien ist beispielsweise "Paul mit dem Porsche", in dem Paul während der Fahrt einen schockierenden Anruf erhält und deswegen das Kind auf dem Fahrrad nicht wahrnimmt.

Aber auch Bilder und Berichte von tatsächlichen Unfällen gehören zum Programm. Denn neben dem spielerischen dürfe die Ernsthaftigkeit des Themas nicht vernachlässigt werden. Und man merkt: Diese Berichte hinterlassen einen Eindruck bei den Schülern. "Der Fahrer des Lkw kann euch in diesem Moment einfach nicht sehen. Deshalb liegt es an euch darauf aufzupassen, dass er euch sieht", betonte Kreuels in seiner Erklärung. Außerdem könne man sich nie sicher sein, ob der Fahrer nicht übermüdet oder auf andere Weise abgelenkt ist. "Im Zweifel einfach anhalten und warten bis die Situation bereinigt ist", lautete die Botschaft der Experten.

Quelle: NGZ
 
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