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Korschenbroich
Gehweg mit Kasten nur 80 Zentimeter breit

Korschenbroich. Kritik an den neuen Internet-Verteilerkästen der Telekom setzt sich in Kleinenbroich fort.

Die Verteiler-Kästen der Telekom sorgen seit einigen Wochen in Korschenbroich für Ärger. Jetzt ist das auch im Stadtteil Kleinenbroich der Fall, wo ein größerer Kasten den Gehweg deutlich verengt. Der Kleinenbroicher Werner Ortmann, der sich für die Barrierefreiheit in seiner Stadt einsetzt, hat nachgemessen: 80 Zentimeter inklusive Endstein bleiben Gehweg-Nutzern dort übrig. "Das ist viel zu wenig", sagt Ortmann. Der Durchgang dürfe nicht behindert werden.

Er hat die Sache an die Stadt weitergegeben, die den Sachverhalt jetzt genauer prüfen will. Das Problem: Der Stadt sind wegen eines Telekommunikationsgesetzes die Hände gebunden. Sie kann nach Auskunft von Patrick Gorzelanczyk vom Amt für Zentrale Dienste nur dann etwas gegen die grauen Kästen unternehmen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. "Bei der Planung von Neubaugebieten greifen Normen, die klare Gehwegbreiten vorgeben. Im Altbestand sind die Regelungen aber deutlich komplizierter", sagt er.

Die Telekom hat für die Kritik aus Korschenbroich wenig Verständnis. Sie sorge schließlich für den Internet-Ausbau. Die Bürger sollten sich entscheiden -ohne die Kästen ginge es nicht.

Die Konkurrenz schläft nicht. Das weiß auch die Telekom - und rüstet jetzt ihre Internet-Verteilerkästen im Stadtgebiet auf, oder ersetzt diese durch neue. Damit kann sie Bürgern ihre neue VDSL-Vectoring-Technik anbieten, mit der Internet-Nutzer künftig ähnlich schnell unterwegs sein können, wie beim Angebot des Mitbewerbers Deutsche Glasfaser. Der Unterschied: Die Deutsche Glasfaser legt ihre Kabel einzeln direkt ins Haus, die Telekom legt Glasfaser-Kabel an Verteiler-Punkte und greift dann auf das bestehende Kupferkabel-Netz zurück.

(cka)
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