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Korschenbroich
Gelungener Auftakt zur Korschenbroicher Orgelwoche

Korschenbroich. Martin Sonnen (35), Kantor und Organist an St. Andreas in Korschenbroich, ist längst im Kreis der international hoch geschätzten Konzertorganisten angekommen, die an der großen Klais-Orgel der Andreas-Kirche zu hören waren und auch in der Orgelnacht am kommenden Samstag zu erleben sind. Der Andreas-Kantor ist durch diese Funktion auch künstlerischer Leiter der Internationalen Orgelwoche, deren 40. Auflage am Wochenende begann. Traditionell bestreitet er das Eröffnungskonzert zur Orgelwoche. Und Martin Sonnen hatte ein Programm gewählt, mit dem die Vorzüge des in mehreren Ausbauphasen auf 50 Register (auf vier Manualen und Pedal) aufgewerteten Instrumentes attraktiv darzustellen sind. Von Hansgeorg Marzinkowski

Sonnen begann mit Johann Sebastian Bachs "Präludium und Fuge in Es-Dur" (BWV 552), die wegen ihrer thematischen Prägnanz und rhythmischen Vielfalt als "unerhört und einmalig" geschätzt werden. In schön gemäßigtem Zeitmaß stellte Sonnen die drei Themen des Präludiums vor. Diese Dreiteilung der glänzenden Festmusik im Organo pleno gilt als Abbild der Heiligen Dreifaltigkeit. Ungewöhnlich und doch sinnvoll fügte Martin Sonnen zwischen Präludium und Fuge ein "Kyrie, Gott Vater" (BWV 669) ein, das musikalisch vollendet ebenfalls die Dreieinigkeit betont und zudem mit tremulierendem Kornett aus dem Rückpositiv in der Hauptstimme wunderschön registriert war.

Der "Hausherr" gab sich in ungewöhnlichen Registrierungen seinem Instrument völlig hin. Interessante Abwechslungen etwa in den Brahmschen Choralbearbeitungen waren Reminiszenz an das barocke Zeitalter, freie Fantasie des improvisierenden Organisten verband die Themen des "Pièce héroïque" von César Franck, markante Stimmen beherrschten die Meditation "Le banquet cèleste" (Das himmlische Mahl) von Olivier Messiaen. "Nach vielen Diskussionen mit Kollegen ist die weich gespülte Version nicht mein Ding", sagte der Kantor zu dieser eigenwilligen Registrierung. Das Thema zur abschließenden Improvisation hatte der unter den nur rund 90 Zuhörern anwesende Bürgermeister Marc Venten vorgegeben. "Weil die Tour de France in diesem Jahr auch Korschenbroich tangiert", parlierte Sonnen gekonnt und in schönster Rondoform über die französische Nationalhymne.

In diesem Jahr findet zeitgleich der zehnte Internationale Orgelwettbewerb statt. Die Endprüfung am Samstag ist öffentlich (ab 9.30 Uhr in St. Andreas). In der großen Orgelnacht konzertieren die Juroren (St. Andreas, 19 Uhr), unter anderem Markus Eichenlaub (Speyerer Domorganist) und Heribert Metzger (Salzburger Domorganist).

Quelle: NGZ
 
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