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Korschenbroich
Gespendete Pfandbons bringen 6000 Euro für Menschen in Afrika

Korschenbroich. Wenn sie kommen, machen die Mitarbeiter bei Edeka in Korschenbroich und Kleinenbroich gleich eine neue Kasse auf: Marlene Esser und Marlies Kohlbecher sind schon bekannt dafür, dass es bei ihnen etwas länger dauert. Schließlich gibt es für die Kassierer etliche Barcodes einzuscannen - und zwar auf Papier. Die Damen sammeln in den Supermärkten von Geschäftsmann Gerhard Handick in Briefkästen Pfandbons von Kunden, die ihr Leergut abgeben und das Geld spenden möchten. Vor einem Jahr haben sie die Aktion inspiriert vom Engagement des Medikamentenhilfswerks "Action Medeor" ins Leben gerufen. Die Bilanz: In zwölf Monaten sind durch Kleinstbeträge 6102 Euro und 43 Cent zusammengekommen.

Diese Summe spornt Esser und Kohlbecher an, weiter zu sammeln. Sie sind erstaunt: "Damit hätten wir vor zwölf Monaten nicht gerechnet." Auch Norbert Vloet vom Hilfswerk ist fasziniert von der Spendenbereitschaft: "Das ist unglaublich. Die Bürger, die ihre Bons spenden, unterstützen uns bei der Beschaffung von Medikamenten, die Menschen in den armen Regionen Ostafrikas helfen." Ferner unterstütze "Action Medeor" andere Gesundheitsprojekte, bei denen zum Beispiel sauberes Trinkwasser für notleidende Menschen in Afrika und anderen Krisenherden der Welt bereitzustellen. Mit 25 Cent könnten 20 Liter Wasser gewonnen werden.

Die Korschenbroicher Edeka-Märkte zählen in Sachen Pfandbon-Spenden zu den Spitzenreitern am Niederrhein. Insgesamt seien allein durch Pfandbons in der ganzen Region schon mehr als 50.000 Euro zusammengekommen. Tatsächlich berichtet Marlene Esser, die den Briefkasten am Pfandautomaten in Korschenbroich zweimal pro Woche leert, von teils großzügigen Spenden. So habe sie einmal einen Bon im Wert von 17 Euro und 98 Cent im Briefkasten gefunden. "Das ist jedoch eine Ausnahme. Die meisten Bons haben einen Wert von ein oder zwei Euro. Manche auch nur von 15 Cent", sagt Esser, die genau Buch führt, sich die Beträge an der Kasse auszahlen lässt und diese sofort wieder bei der Bank einzahlt und sie mit Quittung an "Action Medeor" überweist.

Marlies Kohlbecher erzählt von einem gewissen Ehrgeiz, der sich bei den Frauen entwickelt habe. Sie könnten sich Hoffnungen machen, bei ihren Leerungen zwischen 70 und 130 Euro zusammenzubekommen. Gerhard Handick und sein Supermarkt-Team unterstützen die Aktion, in dem sie unter anderem in ihren Angebotsflyern Werbung für die Pfandbon-Spenden machen. Sie hoffen, dass die Korschenbroicher weiter kräftig ihre Bons spenden.

(cka)
 
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