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Korschenbroich
Gläserner Anbau wertet altes Stadthaus auf

Korschenbroich: Gläserner Anbau wertet altes Stadthaus auf
Die Entwicklung der Sebastianusstraße 7 ist ein Familienprojekt: Die Eigentümer, die Geschwister Thoren lassen sich gerne von ihrem Vater Günter Thoren beraten. Das Trio ist fast täglich auf der Baustelle am Rathausvorplatz anzutreffen. FOTO: Ilgner
Korschenbroich. Korschenbroichs Mitte wird verschönert: Nach Rathausplatz-Umgestaltung und Anker-Sanierung wird dort das Eckhaus ausgebaut. Von Ruth Wiedner

Alte Gemäuer haben es Günter Thoren (59) angetan. Der gelernte Schreiner hat ein Herz für historische Bauwerke. Diese Vorliebe hat er zu seiner großen Freude auch seinen Kindern Kathrin (33) und Sebastian (30) vererbt. Das Thoren-Trio wagt jetzt die Restaurierung des Stadthauses Sebastianusstraße 7 mit einer außergewöhnlichen Kombination aus Fachwerk, Glas und Stahl. "Das wird richtig schön", schwärmt Miteigentümerin Kathrin Thoren. Sie ist wie ihr Bruder fast täglich auf der Baustelle anzutreffen. Was ihr aber bei aller Euphorie wichtig ist: "Wir lassen es langsam angehen. Wir haben keinen Druck."

Damit bleibt die Geschäftsfrau auch die Antwort auf die Frage schuldig, die viele Korschenbroicher Bürger seit Wochen bewegt. "Wer geht da rein?" Mit einem Schmunzeln reagiert Kathrin Thoren: "Ich will ganz ehrlich sein, wir wissen es noch nicht." Verschiedene Nutzungen wurden von der Familie bereits erwogen. Hier reichte die Palette von der Gastronomie über den Einzelhandel bis hin zu Büros. "Wir haben eine Fülle von Anfragen, aber wir sind derzeit noch ganz offen", sagt die 33-Jährige. Ihr Favorit ist eine Kombination aus Verkauf und Gastronomie, eine Art Shop-in-Shop-System, angelehnt an das Konzept einer kleineren Markthalle. Fest steht: "Es wird keine direkte Konkurrenz zum benachbarten Anker und zum Café Braas geben."

Die Stadt hatte schon die Abrissgenehmigung für ihr Eckhaus Sebastianusstraße 7 unterschrieben, als Günter Thoren mit seiner Idee zu einem Tauschgeschäft beim damaligen Bürgermeister Dick aufschlug. Günter Thoren bekam das verfallene Haus, eine Bauruine aus dem Jahr 1720. Dafür verpflichtete er sich, den Rathausvorplatz - damals eine unansehnliche, hubbelige Asphaltfläche - zu gestalten. Der Tauschvertrag wurde 2010 mit Zustimmung der Politik geschlossen. Das Ensemble mit der restaurierten Traditionsgasstätte "Zum Anker", dem großzügigen Biergarten und dem Rathausvorplatz wertet den Ortskern optisch, aber auch als Rast- und Ruhezone auf. Ergänzt wird es jetzt um einen architektonischen Hingucker. Derzeit ragen verzinkte Stahlpfosten acht Meter in die Höhe. Die Anregungen des Korschenbroicher Architekten Joachim Hein, den Anbau mit einem Satteldach zu schließen, griff Sebastian Thoren auf.

Allein in diesem Bereich werden sechs Tonnen Isolierglas verbaut. "Der komplette First lässt sich später ausfahren", erklärt er das Industriedesign der Konstruktion, die einem überdimensionierten Treibhaus gleicht. "Wir haben die Glasform gewählt, damit die Fachwerkfronten sichtbar bleiben." Später will er den Gewölbekeller öffnen. Für ihn ist zunächst wichtig: "Bis zur Biergartensaison müssen wir den Außenbereich fertig haben."

Quelle: NGZ
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