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Korschenbroich
Glehner baut Rennbahn im Stil der 1970er Jahre

Korschenbroich: Glehner baut Rennbahn im Stil der 1970er Jahre
Frank Rehberg teilt die Begeisterung für die originalgetreue Rennstrecke im Internet - und das schon seit 1994. FOTO: georg salzburg
Korschenbroich. Frank Rehberg tüftelt seit 1994 begeistert an einer Carrerabahn-Landschaft in seinem Keller. Die dazugehörigen Gebäude stellt er selbst her - und zwar aus Pappe. Im Internet teilt er die Bauanleitungen. Von Christian Kandzorra

Als Frank Rehberg zum ersten Mal Vater wurde und sich die Rennfahrer-Legende Michael Schumacher den ersten Weltmeistertitel in der Formel 1 holte, stand für den Glehner fest: Die alte Carrerabahn aus seiner Kindheit wird wieder vom Speicher geholt.

Kurzerhand entstaubt und zusammengebaut folgte allerdings schnell eine böse Überraschung. "Nur ein Ferrari fuhr noch - und zwar genau eine halbe Runde. Dann fing der Motor an zu qualmen", erinnert sich Frank Rehberg. Das war ärgerlich, sah aber realistisch aus - und brachte den IT-Fachmann 1994 auf die Idee, in seinem Keller die Carrera-Welt der 70er Jahre wieder aufleben zu lassen.

Gesagt, getan: Inzwischen rollen die Flitzer im Maßstab 1:32 über eine gut sechs Meter lange Miniatur-Rennstrecke in seinem Hobby-Keller. Und das natürlich nicht einfach so. Denn: Frank Rehberg hat die Strecke selbst gebaut und originalgetreu in eine Landschaft der 1970er Jahre eingebettet, die dem Nürburgring und seinen entsprechenden Gebäuden ähnelt.

Das Besondere: Die täuschend echt aussehenden Gebäude entlang der Strecke sind aus Pappkarton gefertigt - und lassen sich kinderleicht nachbauen. Auf seiner Internetseite "www.carrera4fun.de" hat Frank Rehberg sämtliche Bauanleitungen und vorgefertigte Grafiken zum Ausschneiden und Zusammenkleben kostenfrei online gestellt.

Dazu zählen zum Beispiel eine Tankstelle, eine Zuschauertribüne, verschiedene Aussichts-Häuser, ein Kiosk, eine Imbissbude und ein Aussichtsturm. "Ich mache Fotos von den Gebäuden und baue sie quasi am Computer nach. Interessierte können sich die Grafiken dann auf dickerem Papier farbig ausdrucken und einfach zusammenfalten und -kleben", sagt Frank Rehberg, der seine Begeisterung für die Carrera-Rennstrecken bereits seit 1994 im Netz teilt.

Mittlerweile haben es die vorgefertigten Gebäude für die Rennstrecken sogar bis nach Australien geschafft. Darunter auch ein alter Kiosk, dessen Original übrigens in Neuss an der Preußenstraße steht. "Manchmal entdecke ich meine Häuser in Renn-Videos oder erhalte Rückmeldungen von Menschen, die die Gebäude nachbauen", sagt der 50-Jährige, der einen großen Fable fürs Detail hat.

So ist etwa originalgetreue Werbung aus den 1970er Jahren - damals noch mit Bannern für alkoholische Getränke und Zigaretten - überall auf der Strecke verteilt zu sehen. Auch kleine Cola- und Kaugummiautomaten, die auf den ersten Blick täuschend echt aussehen, sind Teil des Miniatur-Nürburgrings genauso wie Kleinigkeiten wie etwa Rost an alten Stahltüren.

Das einzige, was tatsächlich noch "original Carrera" ist, sind die Figuren und Rennautos, denn: Auch die Strecke an sich ist "Marke Eigenbau". "Die Wagen fahren auf Holzelementen - und zwar mit Hilfe von Weichen in der Ideallinie", erklärt der gelernte Elektroniker, der mehrere Stunden im Monat an der kleinen Rennstrecke tüftelt.

"Das ist ein Spielzeug für Kinder ab 30", sagt Rehberg und lacht. Tatsächlich hat ihn das Carrera-Fieber als Erwachsener wieder gepackt: "Mich reizt es, die Strecke originalgetreu nachzubauen und auch anderen Carrera-Fans die Möglichkeit zu geben, ihre Strecken mit meinen Gebäuden aufzuwerten."

Quelle: NGZ
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