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Korschenbroich
Glehner feiern mit König Christoph

Korschenbroich: Glehner feiern mit König Christoph
Deutliche Kritik am Zeltbier übten die "Saubuam" mit ihrem bunten Riesenrad. FOTO: SalzBurg
Korschenbroich. Mit einem gelungenen Fackelzug starteten die Glehner in ihr Schützenfest. Gestern folgte der vorläufige Höhepunkt von vier ereignisreichen Tagen: der große Umzug und die Parade vor dem Königspaar Christoph und Anne Lipgens. Von Rudolf Barnholt

Das Glehner Schützenfest hebt sich von den anderen Schützenfesten im Stadtgebiet durch einige Besonderheiten ab: Da ist zum einen exklusiv der Fackelzug, der sich mit fünf Großfackeln, einer weniger als im vergangenen Jahr, wieder sehen lassen konnte. Dass der Schützenfest-Sonntag erst um 15.30 Uhr mit der Parade beginnt - die bei traumhaft schönem Spätsommerwetter stattfand -, gibt es so auch nirgendwo anders. Und weil die Schützen und Schützenfestfreunde deshalb ausschlafen können, halten sie es am Samstag besonders lange im Festzelt aus.

Das sah gar nicht gut aus: Gut eine Stunde, bevor sich der Fackelzug und das Regiment in Bewegung setzten, regnete es kurz, aber heftig. Später sollte das Wetter nicht nur trocken, sondern ausgesprochen schön werden. Königin Anne Lipgens präsentierte sich am Samstag neben ihrem König Christoph mit strahlendem Lächeln und einem schlicht-eleganten schwarzen Kleid. Das passte zum festlichen Anlass. Vor dem Pfarrzentrum, der Königsresidenz, ging es feierlich zu. Zu den Höhepunkten gehörte die Serenade, bestehend aus dem bekannten "Regimentsgruß" und dem "Marsch der Medici".

Gut gelaunt nahm König Christoph Lipgens gestern Nachmittag bei schönem Spätsommerwetter das Schützenregiment ab. Heute steht ab 17.20 Uhr eine weitere Königsparade auf dem Programm der Glehner Schützen. FOTO: A. Woitschützke

Sebastian Schmitz (25) vom Musikverein Willich dirigierte sechs Tambourcorps und sechs Musikeinheiten mit insgesamt rund 250 Musikern. Vor der feierlichen Kranzniederlegung am Ehrenmal sprach Präsident Thomas Coenen: "Die Vorfreude war schon lange spürbar", erklärte Coenen. Was er in unmittelbarer Nähe des Ehrenmals bedauerte: "Kriegerische Auseinandersetzungen gehören leider zur Tagesordnung." Durch Terroristen, so sein Credo, dürfe man sich nicht die positive Lebenseinstellung nehmen lassen. Es folgten der Große Zapfenstreich und die Nationalhymne, während die Fackelbauer ihre Prachtstücke für den großen Umzug durch Glehn vorbereiteten.

Der Jägerzug "Saubuam" kam auf Platz eins mit einer Fackel, in der sehr viel Arbeit steckte: Durch eine Kette wurde ein kleines Riesenrad angetrieben, an dem statt Gondeln jede Menge Bierkästen hingen. Ein Hund trank Altbier und schied das aus, was nach Meinung der Schützen im Zelt serviert wird. In Reimform hörte sich das so an: "Das Bier im Zelt schmeckt fies und schal, doch unserm Vorstand scheint's egal". Auf Platz zwei brachte es die Fackel des Grenadierzugs "Edelweiß", die einen großen AT-AT-Walker aus dem Film "Star Wars" nachbauten - eine Alternative zum Pferd des Oberst. Auf Platz drei kam der Grenadierzug "Ehrenhalber", der eigentlich nur einmal hatte mitmachen wollen, als Josef Becker aus Scherfhausen vor zehn Jahren Glehner Schützenkönig war. Der Jägerzug "Enzian" bezeichnete seine Fackel als "Oberstkritikretourkutschenfackel" - es ging um Schützenjacken, die die Männer vor einem Jahr wegen hoher Temperaturen nicht getragen hatten.

Der jüngste Fackelbauzug besteht aus Mitgliedern, die zwischen 17 und 18 Jahre alt sind: Die "Jode Frönde" hatten ein Wappenkarussell auf ihren Wagen montier. Das drehte sich, zeigte die Wappen der verschiedenen Ortsteile - und dass einzig Glehn keines hat.

Die Glehner haben aber langjährige Schützen, die jetzt geehrt wurden: Joachim Trabant, Wolfgang Kauertz, Peter Könes, Günter Ingenfeld und Peter Meurer sind seit 50 Jahren dabei und können ihr Goldjubiläum im Verein begehen. Und die Glehner Schützen können ganz gelassen feiern. Wenn morgen ab 15.30 Uhr auf den Königsvogel geschossen wird, soll es mindestens einen Bewerber für dieses hohe Amt geben. Heute steht um 17.20 Uhr die Königsparade auf dem Programm und um 20 Uhr trifft man sich zum Festball im Zelt.

Quelle: NGZ
 
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