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Korschenbroich
Grüne drängen auf einen Tunnel zur City

Korschenbroich: Grüne drängen auf einen Tunnel zur City
Die steile Brücke führt von der Gilleshütte über die L 31 zum Jane-Addams-Weg: Für Wolfgang Houben derzeit die einzige Verbindung zur City. FOTO: R. Wiedner-Runo
Korschenbroich. Nach dreijähriger Entwicklung wird das neue Baugebiet "An der Niers-Aue" im Korschenbroicher Westen realisiert. Unzufrieden mit der Verkehrsführung für Fußgänger und Radfahrer sind die Grünen. Sie fordern eine schnelle Lösung. Von Ruth Wiedner-Runo

Das neue Baugebiet "An der Niers-Aue" zwischen der Korschenbroicher Straße (L381) und der Gilleshütte in Neersbroich ist seit Monaten Thema in fast jeder Ratssitzung. Das ist auch morgen wieder der Fall. Mit der Verkehrsanbindung ist die Ratsfraktion der Bündnisgrünen überhaupt nicht zufrieden. Sie sieht für Fußgänger und Radfahrer zunächst keine Möglichkeit, auf direktem Weg in die Korschenbroicher Innenstadt zu kommen. Daher drängt Fraktionschef Wolfgang Houben auf eine verbesserte Erschließung und eine schnelle Tunnellösung für Radfahrer. Und zur geplanten Erweiterung des Baugebiets erklärt er: "Die Phase zwei dürfen wir nicht erst in zehn Jahren anpacken. Sondern jetzt. Sonst ist für uns der Zug abgefahren und mit ihm die Bauwilligen."

Politik und Verwaltung hatten sich seinerzeit darauf verständigt, das 19,2 Hektar große Areal in zwei große Abschnitte zu unterteilen. Davon werden 17 Hektar bebaut. In zwei zeitlich um zehn Jahre versetzten Schritten soll das neue Gebiet "An der Niers-Aue" realisiert werden. Insgesamt sind dort Eigenheime und Wohnungen für rund 800 bis 1000 Menschen vorgesehen. Zunächst werden jetzt auf 9,2 Hektar rund 150 Baugrundstücke erschlossen.

Die angedachte Vorgehensweise ist für Houben aber nicht mehr schlüssig: "Die Nachfrage nach Baugrund ist immens. Jetzt ist der Bedarf da, und die Marktsituation ist günstig." Dass Kaufinteressenten der Stadt (400 Bewerbungen) und dem Investor Amand (600 Bewerbungen) für 145 zu vergebende Grundstücke die Türen einrennen, sei laut Houben Grund zum Umdenken.

Mit einem Prüfantrag will seine Fraktion zudem die Erschließung des Areals und die angedachte Tunnellösung für Radfahrer und Fußgänger unter der Kreuzung L 31/L382 (verlängerte Sandkuhle) beschleunigt wissen. "Wir müssen dafür sorgen, dass den Neubürgern auch ohne Auto zeitnah ein Weg in die City zur Verfügung steht", sagt Ratsmitglied Jochen Andretzky (Grüne). Diese Wegeführung war bislang für den zweiten Bauabschnitt angedacht. "So lange können wir nicht mehr warten. Für uns kommt der Tunnel dann deutlich zu spät", stellt Andretzky mit Nachdruck fest. Für eine Beschleunigung liefert er gleich zwei Vorschläge: "Entweder wird der Tunnelbau vom zweiten Bauabschnitt entkoppelt und entsprechend vorgezogen, oder wir ziehen den zweiten Bauabschnitt komplett vor."

Damit der Aufschrei bei den Ratsfraktionen in der morgigen Sitzung nicht ganz so laut wird, haben sich Houben und Andretzky für einen Prüfauftrag entschieden. Sie wollen, dass die Stadt zunächst die Auswirkungen auf die Infrastruktur wie Kitaplätze und Schulklassen abklärt.

Und auch der einzige Fußgängerweg zum Zentrum, der die Gilleshütte aktuell mit dem Jane-Addams-Weg verbindet, muss angepasst werden. Ein entsprechender Prüfauftrag wurde bereits im jüngsten Bau- und Verkehrsausschuss gestellt. "Diese kleine Brücke ist für Senioren, Mütter mit Kinderwagen, Menschen, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, einfach viel zu steil", fasst Houben die Kritikpunkte zusammen. "Auch hier muss etwas passieren."

Quelle: NGZ
 
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